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Drei mal elf Jahre Medi-KV - der neue Jubiläumsorden in Lobberich

Lobberich : Drei mal elf Jahre Medi-KV: Das ist einen Jubiläumsorden wert

Die Medi-KV feiert mit 3x11 Jahren ein närrisches Jubiläum. Da muss ein Jubiläumsorden her. Der letzte „große“ vor elf Jahren zeigte goldglänzend den Lobbericher Dom – Heimat und gleichzeitig Arbeitsplatz der Messdiener, die nun auch seit über drei Jahrzehnten im Lobbericher Karnevalsgeschäft mitmischen.

Aber welches Motiv sollte der neue Orden zeigen? Wieder die Sebastianuskirche, vielleicht aus einer anderen Perspektive? Gibt’s schon ein Motto für die Jubiläums-Session? Gibt’s irgendeinen Anknüpfungspunkt für ein halbwegs sinnvolles Motiv? Was mit Lobberich, der Kirche, der Jahreszahl …? Klar, der Giovanni, seit Urzeiten das Maskottchen des Medi-KV, musste auch mit drauf. Jahreszahl … 3x11… 33… da war doch was…?! Klar: Jesus starb mit 33 am Kreuz. Der Mittelpunkt des Glaubens – jetzt symbolisiert im Karneval…? Ja – warum eigentlich nicht. Ein Kreuz in einem Karnevalsorden gibt’s häufig. Aber – einfach so ein Kreuz, irgendeins?

Lobberich wäre nicht Lobberich und St. Sebastian wäre nicht St. Sebastian, wenn es da nicht noch etwas ganz Besonderes zu entdecken gäbe. Auf einer Postkarte abgebildet, sonst gut im Tresor verwahrt, findet sich in der Sebastianuskirche ein ganz besonderer Schatz: Ein romanisches Metallkreuz aus dem 12. Jahrhundert, prächtig verziert mit Email-Arbeiten – aber leider schwer beschädigt. 29 mal 24 Zentimeter misst das Prachtstück, das da im Schatz der Lobbericher Pfarrkirche schlummert. Das Kreuz, wahrscheinlich einst als Altarkreuz angefertigt, hat seine ganz eigene, abenteuerliche Geschichte. Wie kommt ein solches, wertvolles Stück nach Lobberich, in ein niederrheinisches Dorf? Kunsthistoriker zählen das Lobbericher Kreuz nach Farb- und Formgebung zum Umfeld des Heribertschreins in Köln-Deutz, einem der bedeutendsten Schätze der Goldschmiedekunst der Romanik überhaupt.

Das führt unmittelbar in das Zentrum der sogenannten Grubenschmelz-Kunst, den Raum Köln, wo diese spezielle Email-Technik im 12. Jahrhundert ihre Blütezeit hatte. 1892 wurde für die neue Pfarrkirche eine originalgetreue Kopie für den Hochaltar angefertigt.

Was lag also näher, dieses bedeutende Stück aus dem Schatz von St. Sebastian in den Medi-KV-Jubiläumsorden 2020 zu übernehmen. Den gelungenen Orden hat die Firma Sack aus Greven­broich-Hemmerden nach den Vorgaben aus Lobberich designt. Und jeder Ordensträger kann sagen, dass er voller Stolz ein echtes Stück Lobberich trägt.

(RP)