Dochthersteller Wedo aus Nettetal-Kaldenkirchen erhält Mittel für Digitalisierung

Kaldenkirchen : Fördermittel für die Digitalisierung

Der Kaldenkirchener Dochthersteller Wedo will die Produktionsabläufe weiter digitalisieren. Dafür erhält das Unternehmen Zuschüsse von bis zu 25.000 Euro. Projektträger ist das Forschungszentrum Jülich.

Die Westdeutsche Dochtfabrik (Wedo) in Kaldenkirchen erhält finanzielle Unterstützung für die Digitalisierung des Unternehmens. Dafür bekam Wedo jetzt die entsprechenden Zuwendungsbescheide vom Projektträger, dem Forschungszentrum Jülich. Volumen: insgesamt bis zu 25.000 Euro.

Wedo, nach eigenen Angaben europäischer Marktführer bei der Produktion von Dochten, liefert sein Produkt in mehr als 100 Länder. Damit das so bleibt, arbeitet das Kaldenkirchener Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Kreis Viersen an einer weiteren Digitalisierung der Produktionsabläufe und erhält dafür jetzt Landeszuschüsse. Wedo beschäftigt rund 120 Mitarbeiter von der Hilfskraft bis zum Textil-Ingenieur. Hinzu kommt noch ein kleineres Werk in Polen. Gearbeitet wird in zwei Schichten, die Maschinen laufen fast das ganze Jahr über. Milliarden von Kerzen in aller Welt werden pro Jahr mit den Dochten vom Niederrhein ausgerüstet – vom Teelicht über Grablichte bis zu Stumpenkerzen. „Über 500 Dochtvarianten gibt es“, sagt Geschäftsführer Helmut Gutberlet.

Meist sind die Dochte aus Baumwolle. Die muss geflochten und veredelt, etwa auf unterschiedliche Wachse in der Kerze abgestimmt werden. Vor allem muss der Docht so bearbeitet werden, dass er sich nur an der Spitze beim Abbrennen kürzt und keine Rückstände hinterlässt. Wedo gilt als Innovationsvorreiter der Branche, unterhält ein eigenes Versuchslabor und arbeitet etwa mit der Textilfaserforschung und der Hochschule Weihenstephan zusammen. Gerade erst war das Unternehmen auf dem sechsten Weltkerzenkongress in Barcelona Ansprechpartner.

Nun folge der nächste Schritt, nachdem die Prozesse im Unternehmen weitgehend automatisiert seien, sagt Gutberlet. Um die Position als Marktführer zu behaupten, müsse man auf dem hart umkämpften Markt stärker in die Digitalisierung einsteigen. Dazu hat sich das Unternehmen der Unterstützung durch die WFG bedient. Mit dem Fördermittelexperten Armin Möller wurden die Möglichkeiten einer öffentlichen Förderung ausgelotet. Beantragt wurden schließlich Digitalisierungsgutscheine: im ersten Schritt für eine Bestandsaufnahme und im zweiten Schritt für eine entsprechende Umsetzung.

„Diese Förderung hilft uns, in die Digitalisierung aller Geschäftsprozesse einzusteigen vom Einkauf über die Produktion bis zur Qualitätssicherung“, sagt Helmut Gutberlet. „Dabei hat uns die WFG Kreis Viersen ganz entscheidend unterstützt. Das ist Wirtschaftsförderung im besten Sinne.“

(RP)
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