Podiumsdiskussion mit Experten Wie Nettetals Natur erlebt und geschützt werden kann

Nettetal · Wohl alle Nettetaler wünschen sich eine intakte Natur, viele möchten sie aber auch erleben und genießen. Ob und wie sich diese beiden Ansprüche miteinander verbinden lassen, darum ging es jetzt in einer von der CDU organisierten Podiumsdiskussion.

 Sie diskutierten auf dem Podium: (von links) Philipp Heks, Karsten Kaplan, Ansgar Reichmann und Dirk Louy.

Sie diskutierten auf dem Podium: (von links) Philipp Heks, Karsten Kaplan, Ansgar Reichmann und Dirk Louy.

Foto: Ja/Proemper,Antje (proe)

Die Nettetaler Natur bietet mit ihren zwölf Seen, den Wäldern und der Heidelandschaft eine einzigartige Kulisse. Doch wie kann Natur als Erholungsraum und Naturschutz verbunden werden? Darüber sprachen jetzt bei einer Podiumsdiskussion Karsten Kaplan, Leiter des Sport- und Erlebnisdorfs Hinsbeck, Dirk Louy, Umweltwissenschaftler und Jäger, sowie Ansgar Reichmann, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der Biologischen Station Krickenbecker Seen. Moderiert wurde der Abend von Philipp Heks, Stadtverbandsvorsitzender der CDU Nettetal. Die Partei hatte zu der Veranstaltung ins Hotel Zur Mühle eingeladen.

Schutz Wie steht es um den Arten- und Biotopschutz in Nettetal? „Wir haben in Nettetal eine Artenvielfalt die sich bundesweit sehen lassen und auf die man stolz sein kann“, sagt Reichmann. Natur gelte es zu schützen. Aber wie? „Besucher sollten sich an die ausgezeichneten Wege halten und ihre Hunde anleinen. Rehwild kann sich an vieles gewöhnen, die Fluchtdistanzen gehen zurück. Trotzdem braucht es Rückzugsorte für die Tierwelt“, meint Louy.

Badesee Wie sieht es mit einem Erholungs- und Rückzugsorten für die Menschen aus? „Die Leute wollen an und in den See. Wenn es dieses Ventil nicht gibt, dann suchen sie sich ihren Zugang allein und schädigen und stören dadurch viel mehr die Natur“, sagte Reichmann. Und: „Ich bin dafür aus, den Menschen einen oder zwei Seen zur Verfügung zu stellen.“

Information Heks brachte die Idee eines Besucher- und Marketingkonzepts für Nettetals Natur ins Spiel: „Ein Konzept, das lebhaft ist, beispielsweise eine App, in der man Besucherströme nachvollziehen und leiten, Routen angeben und bewerben kann.“ Ein solches Konzept ist nach Ansicht Reichmanns sinnvoll, hat aber noch mehr Potenzial: „Die Ansprüche an die Naturschutzgebiete werden immer größer, man sollte darstellen, wie man auf schönen Wegen von einem zum anderen Gebiet kommt. Auch die Ortskerne sollte man anschließen.“ Viele Besucher des Infozentrums an den Krickenbecker Seen fänden die Natur toll, bemängelten jedoch im selben Atemzug, dass sie dort nirgendwo eine Tasse Kaffee bekämen. Reichmann: „Natur haben wir reichlich, aber die Gastronomie fehlt.“

Landwirte könnten ja auch „Naturpark-Eier“ oder „Naturpark-Schnitzel“ zum Verkauf anbieten, war eine andere Idee, die Heks zur Diskussion stellte. Regionalvermarktung wäre eine runde Ergänzung in einem solchen Konzept, meinte Louy. Und fügte hinzu: „Wir müssen uns aber von der Romantik entfernen, dass unsere Landwirte nur Lebensmittel für den Hofladen erzeugen.“

Sofortmaßnahmen  Kaplan wünscht sich, dass der öffentliche Personennahverkehr an das Sport- und Erlebnisdorf, das jährlich 43.000 Übernachtungen verzeichnet, angeschlossen wird: „Schulen und Sportvereine möchten immer öfter mit dem ÖPNV anreisen. Das ist auf der Heide fast unmöglich.“

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