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Die Stadtverwaltung Nettetal prüft die Einrichtung eines Frauenhauses

Nettetal : Stadt prüft mögliche Einrichtung eines Frauenhauses

Zu bedenken sei, so die Verwaltung, dass Zufluchtsräume in der Seenstadt nicht unbedingt Nettetalerinnen zugute kämen.

Die Nettetaler Stadtverwaltung wird die Möglichkeit der Einrichtung eines Frauenhauses im Stadtgebiet prüfen. Darum hatte die Frauenunion die CDU in einem Antrag bitten lassen, und alle Fraktionen signalisierten Unterstützung. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für soziale Angelegenheiten votierten die Mitglieder einstimmig für das Anliegen.

Laut Vorlage nehmen bundesweit die erfassten Fälle von Gewalt gegen Frauen zu und liegen im sechsstelligen Bereich – mit einer hohen Dunkelziffer. Grundsätzlich sei das Platzangebot in Frauenhäusern zu gering, sagte Jochen Müntinga, Geschäftsbereichsleiter Familie, Bildung und Soziales. Er wies darauf hin: „Ein Frauenhaus in Nettetal kommt allerdings nicht unbedingt Nettetaler Frauen zugute.“ Denn eine Unterbringung der Frauen, die aufgrund von Gewalt ihrem Zuhause entkommen wollen, sei in der Regel nicht in der nahen Umgebung sinnvoll. Zum Schutz erfolge eine Unterbringung möglichst in Entfernung, heißt es in der Vorlage. So seien auch die Frauen in den fünf Fällen, die dem Fachbereich Senioren, Wohnen und Soziales in 2019 bekannt geworden seien, außerhalb von Nettetal untergebracht worden. Meist seien im nächstgelegenen Frauenhaus in Viersen keine Plätze frei gewesen; über ein Suchprogramm habe das nächste freie Frauenhaus jedoch leicht ermittelt werden können. Möglich ist das beispielsweise über die Internetseite
www.frauenhauskoordinierung.de.

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Betreiber eines Frauenhauses und der Beratungsstellen ist laut Vorlage immer ein freier Träger; in Viersen der Soziale Dienst katholischer Frauen, der in Nettetal Träger der Jugendhilfe ist. Die Förderung erfolgt durch den Landschaftsverband Rheinland. Die Kommune, in der das Frauenhaus betrieben wird, habe keine gesetzlichen oder finanziellen Zuständigkeiten. Einzig für den Schutz von Frauenhaus und Frauen sei die Polizei einzubinden.

Laut Vorlage befinden sich keine verfügbaren Immobilien im städtischen Eigentum. Von den angemieteten Kapazitäten für die Unterbringung von geflüchteten Menschen sei derzeit keine innerhalb des bestehenden Mietverhältnisses entbehrlich. Hier müsste eine umfassende Umverteilung geprüft werden.