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Nettetal: Die Schüler sind dem Täter auf der Spur

Nettetal : Die Schüler sind dem Täter auf der Spur

Am Werner-Jaeger-Gymnasium suchen Schüler jedes Jahr einen "Mörder". Der Kriminalfall ist ein fächerübergreifendes Projekt.

Unzählige Male waren sie bereits am Tatort: Die Spurensicherer und die Ermittler. Jedes noch so kleine Detail kann den entscheidenden Hinweis auf den Mörder von Rock-Musiker "Paul" liefern. In weißen Schutzanzügen sehen sich die Neuntklässler den Fundort der Leiche noch einmal an: "Es ist auf einem Campingplatz passiert. Paul hatte an diesem Abend mit vielen Leuten Kontakt und auch Streit", erklärt der 15-jährige Steffen Eichler. Er zieht nach dem einwöchigen Projek, mit dem Titel "What's up, Paulchen Punker?" ein zufriedenes Fazit: "Das gegenseitige Absprechen und die Teamarbeit waren wichtig, um den Fall zu lösen", berichtet er.

In dem Projekt der Fächer Deutsch, Biologie und Kunst schlüpfen die Jugendlichen in verschiedene Rollen. Sie sind Spurensicherer, Ermittler, Tatortfotografen und gründen eine Redaktion aus Textern und Layoutern, um die Öffentlichkeit (das Werner-Jaeger-Gymnasium) zu informieren.

Bereits in den frühen Morgenstunden des dritten Ermittlungstages erhärtet sich der Verdacht gegen "Leon" - er war am Tatort. Die Spurensicherer haben "Spuren von Blut und Haaren sowie Fingerabdrücke und einen kleinen Schlüssel" gefunden. Im Kartenraum des Gymnasiums wird der junge Mann "in die Mangel genommen". "Ihr habt euch gestritten, und dann hast du ihn erschlagen", werfen die Ermittler dem Haupttatverdächtigen vor, der den Literaturkursus von Hanno Eckers besucht. Eckers ist Lehrer am Werner-Jaeger-Gymmnasium. Mit den Kolleginnen Monja Izquierda von Paller und Susanne Theuring hat er sich den Kriminalfall ausgedacht. Neun Schüler gewann er als "Tatverdächtige".

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Viele Spuren müssen die Neuntklässler verfolgen. Im Gentechnischen Labor werten sie die Blutgruppen des Opfers und der möglichen Täter aus. Pauline Sirries (15) hat über den Fall auch in der Freizeit nachgedacht: "Man fragt sich schon, ob man etwas übersehen hat oder erinnert sich an Zeugenaussagen", sagt sie. Der Hauptverdächtige "Leon" hat keine Argumente mehr und knickt ein: "Ich habe ihn nicht erschlagen, er ist auf den Hammer gefallen und war tot", erklärt er. Dass er das Opfer mit einer Wodkaflasche vorher geschlagen hat, haben die fleißigen Ermittler auch herausgefunden. Sie haben auf einer Zeittafel den Verlauf dargestellt und alle Beweise, dass der Schlagzeuger der "New Kids under the bridge" aus Eifersucht ermordet wurde. "Er hatte eine Affäre mit der Freundin des Täters, dieser hat ihn bei der Konfrontation provoziert, und es kam zum Kampf", erklären die Schüler abschließend. Sie sind zufrieden, den Fall schnell gelöst zu haben.

(janj)