Nettetal Die Renaissance der Weiden

Nettetal · Die Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz im Kreis Viersen zählte am vergangenen Wochenende etwa tausend Besucher auf dem Landschaftshof. Dort organisierte sie die mittlerweile 9. Niederrheinische Weidenbörse.

 Kopfweiden liefern reichhaltigen Rohstoff für den Menschen, sie selbst sind wichtig für viele Insekten, kleine Säugetiere und Vögel.

Kopfweiden liefern reichhaltigen Rohstoff für den Menschen, sie selbst sind wichtig für viele Insekten, kleine Säugetiere und Vögel.

Foto: Busch

Mit einem Rekordbesuch wartete am Wochenende die 9. Niederrheinische Weidenbörse auf dem Landschaftshof Baerlo in Leutherheide auf. Mehr als tausend Besucher zählten die Organisatoren der Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz im Kreis Viersen an beiden Tagen. Sie begrüßten Gäste, die zum Teil von weither gekommen waren: aus Friesland im Norden und Speyer im Süden.

Gartenzaun ganz aus Natur

"Mein 20 Jahre alter Gartenzaun ist verrostet und instabil. Daher suche ich etwas Neues. Ich möchte etwas Lebendes haben, das dauerhaft, aber natürlich ist", berichtete Manfred Dembowski aus Duisburg. Der 51-Jährige wurde bei der Weidenbörse am Samstag fündig. Er nahm nämlich einige Dutzend Kopfweidenstäbe er in seinem Lieferwagen mit nach Hause. Zuvor erhielt er Tipps von Bernd Rosenkranz, und Leo Beskes wies auf die auf dem Landschaftshof bereits gepflanzten Zäune und Trennwände aus Weiden hin.

"So viel praktisches Anschauungsmaterial. Die Fahrt hat sich gelohnt", stellte Bernd Duitsmann aus Aschendorf-Papenburg bei Leer erfreut fest. Er war mit seiner Familie eigens aus Ostfriesland an den Niederrhein gekommen. Kopfweidenäste in unterschiedlichen Stärken, die einen für Zäune und Laubengänge, andere für Tipis, Gartenlauben, Trennwände und Flechtzäune wurden den Besuchern gezeigt. Dünnere Exemplare dienen zum Flechten beispielsweise von Körben, sie standen zum Mitnehmen gegen eine kleine Spende bereit.

"Überraschend viele Besucher kamen diesmal vom unteren Niederrhein, aus den Kreisen Kleve, Wesel und aus Duisburg", berichtete Bernd Rosenkranz. Ein Besucher aus Hamminkeln bei Emmerich sammelte Hinweise zum Bau einer Gartenlaube aus Weiden. Andere sahen sich neugierig um, weil sie vieles Nützliche nicht kannten, was so problemlos und manchmal sehr schnell aus Weiden gefertigt werden kann.

In der alten Scheune zeigten Korbflechter in der kürzlich eingerichteten Werkstatt ihre Arbeit. Sie bauten zwei neue Storchennester auf. Etliche Besucher kamen gleich selbst auf den Geschmack und meldeten sich für neue Korbflechterkurse an. Zurzeit laufen auf dem Landschaftshof bereits vier gut besuchte Kurse. Sie finden stets vormittags statt und sind auf acht Teilnehmer begrenzt, denen zwei handwerklich geschickte und im Korbflechten erfahrene Ausbilder zur Seite stehen.

Natürlich sahen sich die vielen Besucher auf dem gesamten Gelände um. Interesse fand der Garten für nachwachsende Rohstoffe, auch wenn er im Augenblick im Winterschlaf liegt. Andere Besucher ließen sich eingehend darüber unterrichten, wie wertvoll die Kopfweide grundsätzlich in der niederrheinischen Landschaft ist und wie viele Tiere von ihr profitieren.

(le-)
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