Kaldenkirchen Orgel erhält stärkere Grundtönigkeit

Kaldenkirchen · In den Sommerferien wird die Orgel in der Hofkirche ausgebaut und in einer Orgelbauwerkstatt überholt. Die Kosten betragen rund 60.000 Euro. Ziel ist es, ein Drittel durch Spenden zu finanzieren. Pfarrer Grefen rechnet fest damit.

 Pfarrer Andreas Grefen und Organistin Ingrid Koziol sammeln Spenden für die Renovierung der Orgel der Hofkirche in Kaldenkirchen.        

Pfarrer Andreas Grefen und Organistin Ingrid Koziol sammeln Spenden für die Renovierung der Orgel der Hofkirche in Kaldenkirchen.        

Foto: Heribert Brinkmann

Jeden Samstag wird in der Evangelischen Gemeinde eifrig gebacken. Die Kuchen werden dann sonntags nach dem Gottesdienst gegen eine Spende für die Orgel abgegeben. Rund 60.000 Euro wird die Überholung und Verstärkung der Orgel kosten. Ziel für das Presbyterium ist es, so Pfarrer Andreas Grefen, ein Drittel dieses Betrages durch Spenden aus der Kirchengemeinde zu finanzieren. Mitte November, als der Gemeindebrief Impulse erschien, zeigte das Spendenbarometer 13.604 Euro an. Mittlerweile ist es auf rund 18.000 Euro angewachsen. Und Pfarrer Andreas Grefen ist sich sicher, dass das selbstgesteckte Ziel von 20.000 Euro erreicht, ja übertroffen werde. Allein der Erlös des Basars am dritten Advent erbrachte 2500 Euro. Der Männerkreis hat eine Spendenbox gebaut und in der Kirche aufgestellt. Es sind die vielen kleinen Spenden, die auch für eine große Akzeptanz der Orgelsanierung in der Gemeinde sprechen.

Am Sonntag, 21. Juni, werden alle im Gottesdienst noch in die Ferienzeit verabschiedet. Direkt danach, am Montag, 22. Juni, beginnt der Ausbau der Orgel. Die Stahlhuth-Orgel wird in der Kirche zerlegt und dann für zwei Monate in die Orgelbauwerkstatt Kampherm nach Verl in Westfalen gebracht. Dort wird die Orgel gesäubert, repariert, in den Verschleißteilen erneuert.

Schimmelbildung im Inneren des Instrumentes war der eigentliche Anstoß, die 53 Jahre alte Orgel, die in dieser Zeit ohne größere Reparaturen ihren Dienst getan hat, zu überholen. Für die Organistin Ingrid Koziol ist dabei das Entscheidende, die Orgel nicht nur zu sanieren, sondern auch ihren Klang zu verbessern. Wenn sie und Pfarrer Grefen davon sprechen, die Grundtönigkeit der Orgel solle verstärkt werden, geht es ihnen darum, das fehlende Volumen des Instrumentes ausgleichen zu lassen. Im mittleren Bereich sei die Orgel gut, aber in höheren Oktaven klinge die Orgel zunehmend schrill. So werden bei der Sanierung auch weitere Register eingebaut, die für einen volleren Klang sorgen sollen.

Die Gemeinde bezahlte 1967 für ihre neue Orgel 55.465 Mark, also rund 28.000 Euro. Schon damals erfolgte die Finanzierung durch Kollekten, Spenden und Zuschüsse. 40.000 Mark wurden seit 1964 für die neue Orgel gesammelt. Der Kultusminister gewährte auch noch einen Zuschuss von 10.000 Mark. Die damaligen Orgelfachleute lobten die neue Orgel als ein Musterbeispiel dafür, „dass auch ein kleines Instrument äußerst reizvoll sein kann.“ Die Orgel sei ganz auf den Raum hin gearbeitet.

Für die Überholung und Ergänzung des Instrumentes sind drei Monate veranschlagt. In dieser Zeit ist die Hofkirche im Herzen von Kaldenkirchen ohne Orgel. Aber schon seit 1996 steht im Altarraum ein Klavinova, das bei Schul- und Familiengottesdiensten eingesetzt wird. In der orgellosen Zeiten wird die Gemeinde beim Singen darauf begleitet. Wenn die Orgel aus Verl zurückkommt und vor Ort wieder komplett eingebaut ist, plant die Kirchengemeinde ein Orgelkonzert, bei dem die sanierte Orgel in ihrer neuen Klangfülle vorgestellt werden kann.

Die Stahlhuth-Orgel von 1967 ist keineswegs die erste Orgel der 1672 errichteten Kirche. Gut dokumentiert ist die Anschaffung einer Orgel im Jahre 1905. Gebaut hat sie die Orgelbauwerkstatt Ernst Seifert aus Köln. 1945 musste die Firma Faust die Orgel reparieren. Dabei wurde der Blasebalg durch einen Elektromotor ersetzt. 1960 erfolgte eine erneute Reparatur, die aber nicht alle Fehler beheben konnte. Das Presbyterium beschloss damals die Anschaffung einer neuen Orgel.

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