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Nettetal: Die Landschaft verzaubert auch in Grau

Nettetal : Die Landschaft verzaubert auch in Grau

Die Natur in Nettetal hat auch im Winter ihre Reize. "Zwischen den Jahren" sind Spaziergänge an den Seen und an der Nette sowie Vogelexkursionen besonders interessant.

Traditionen werden viele gepflegt an den Tagen zum Jahresende. In manchen Familien gehören auch Spaziergänge dazu. Und die lohnen sich vor allem in und um Nettetal. "Unsere Natur hat im Winter, egal bei welchem Wetter, ihren ganz besonderen Reiz", sagt Ansgar Reichmann. Der Leiter der Biologischen Station Krickenbecker Seen ist selbst gern in diesen Tagen draußen, "schon allein der vielen Wasservögel wegen".

Grau der Himmel, nass die Wege, kahl die Bäume — verlockend scheint es in diesen Tagen draußen nicht gerade. Umso mehr raten Mediziner zu Bewegung in frischer Luft und Psychologen zu Spaziergängen bei Tageslicht — Nettetal hat dafür lockende Ziele. "Ein Rundgang an einem der See ist immer ein Erlebnis, wenn man nur die Augen offen hält", weiß Reichmann. Beispiel Krickenbecker Seen, an denen sich im Winter oft einzigartige Schauspiele bieten: Vögel, in Scharen und Schwärmen, in Gruppen und vereinzelt.

Der Niederrhein zieht eben alljährlich mehr als 150 000 gefiederte Wintergäste aus dem Norden an, Wildgänse natürlich, aber auch Möwen und andere Seevögel. Wer unter fachkundiger Führung die Vögel beobachten will, hat in diesen Tagen etliche Gelegenheiten. Dabei geht's auch schon mal über Nettetals Stadtgrenzen hinaus. So am heutigen Samstag, wenn die Biologische Station eine Wasservogelexkursion in die Schwalmaue anbietet zu Eisvögeln und Schnatterenten.

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Morgen, am Sonntag, 30. Dezember, veranstaltet der Landschaftshof Baerlo einen ganztägigen Ausflug zu den gefiederten Wintergästen am Niederrhein. Und von sich aktiv werden kann jeder Naturfreund vom 3. bis zum 6. Januar bei der NABU-Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel": Einfach eine Stunde lang Vögel beobachten, zählen, an den NABU melden.

Wer indes einfach nur mal raus will, dem empfiehlt Reichmann kurze Wanderungen. "Zum Beispiel von Haus Waldesruh aus ins Durchbruchstal der Nette, zur Kovermühle, über die Flootsmühle zurück, für mich eine der schönsten Rundwege." Oder von der Leuther Mühle aus an der Nette entlang durchs Rohrdommelprojekt, wo jetzt "viele Blässrallen zu sehen sind". Zudem hat's in Nettetal etliche idyllische Plätzchen als Geheimtipps, so von Dyck aus über den Kölsumer Weg am idyllischen Pletschbach entlang. Oder mal in den Grenzwald, wenn blattloses Geäst, mehr noch als im Sommer, Einblicke in die Moorlandschaft bietet.

Und sollte es noch frostig werden, lässt sich neben Tierspuren vielleicht gar eine hübsche Wolfspinne im Schnee beobachten. Richtig romantisch ist's dann den Seen, am Nettebruch zum Beispiel. Der Hinsbecker Fotograf Artur Bomke rät, auf jeden Fall die Kamera mitzunehmen: "Gerade in Nettetal bieten sich im Winter herrliche Motive für tolle Aufnahmen, Raureif auf der Heide in Hinsbeck oder phänomenale Wolkenformationen über der Landschaft." Wer sich auch abends raus-traut, dem verrät Reichmann neben Sonnenuntergangsstimmungen einen besonderen Tipp. Und zwar auf dem Dammweg vom Parkplatz am Infozentrum der Biologischen Station Richtung Schloss Krickenbeck spazieren: "Wenn' dunkel wird, brechen Hunderte Gänse zu ihren Schlafplätzen auf, das laute Geschnatter am Himmel ist ein einmaliges Erlebnis."

(jobu)