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Nettetal: Die Katzen sind in der Überzahl

Nettetal : Die Katzen sind in der Überzahl

Auch das Jahr 2011 bescherte dem Matthias-Neelen-Tierheim in Lobberich reichlich Pensionsgäste. Knapp 500 Katzen, 200 Hunde und 100 Kleintiere nahm das Tierheim im Laufe des Jahres auf.

"Die Katzen werden einfach nicht weniger, sondern mehr. Bei den Hunden hält es sich die letzten Jahre die Waage und bei den Kleintieren ist die Zahl der Abgabe- und Fundtiere im Vergleich zu den früheren Jahren etwas gestiegen", dieses Fazit zieht Ralf Erdmann, Leiter des Matthias-Neelen-Tierheims in Lobberich, für das Jahr 2011.

Hinsichtlich der Katzen ist diese Bilanz sehr betrüblich, weil sie nicht nötig wäre. Was bei Hunden längst Praxis ist, könnte hier auch für Abhilfe sorgen. Ein bisschen Technik reicht dafür nämlich vollkommen aus.

Dass die Zahl bei den Hunden nicht mehr ansteigt, sondern langsam, aber sicher eher rückläufig ist, führt Erdmann auf die Chippflicht zurück. Hundebesitzer wissen, dass der Hund aufgrund des Chips zu zuordnen ist, und verhalten sich entsprechend. "Die Pflicht zu chippen, bringt uns viel. Oft können wir Hunde, die bei uns im Tierheim ankommen, weil sie irgendwo aufgegriffen wurden, dank des Chips problemlos ihrem Besitzer zuführen", sagt Erdmann. Der Tierheimleiter wünscht sich daher eine Chippflicht auch für Katzen.

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Aber noch viel mehr plädiert er für die Kastration von Katzen. Denn mit dem einsetzenden Frühjahr beginnt wieder die Katzenhochzeit. Schwangere Katzen oder Muttertiere samt Nachwuchs werden im Tierheim abgegeben. Ob es sich dabei immer um wirklich gefundene Tiere handelt oder um, da tragend, nicht mehr gewollte Tiere handelt, vermag keiner zu sagen.

Chip und Kastration könnten helfen, die Katzenschwemme einzudämmen. Da ist sich Erdmann ganz sicher. "Im Jahr 2000 hatten wir 200 Katzen, jetzt sind es 500. Und die Zahl steigt. In Spitzenzeiten beherbergen wir hier 160 bis 170 Katzen. Das sprengt trotz des neuen Katzenhauses den Rahmen", sagt der Leiter des Tierheims.

Derzeit leben rund hundert Katzen im Tierheim. Das ist eine Zahl schon hart an der Grenze, für die das Tierheim dank des neuen Katzenhauses ausgelegt ist. Ralf Erdmann befürchtet aber, dass demnächst Zustände wie in Südländern einziehen, wenn man die Katzenpopulation nicht wirksam in den Griff bekommt.

Kastration und Chippen seien probate Mittel, die unerwünschte Entwicklung nicht nur aufzuhalten, sondern auch sogar nachhaltig zu stoppen. Das Tierheim chipt und kastriert seine Katzen, die neue Besitzer finden. Und "bislang sind diese Tiere nicht wieder bei uns gelandet", bemerkt Erdmann.

Ein anderes Problem, das noch vor einigen Jahren um diese Zeit herrschte, hat sich dagegen weitgehend gelegt. Tiere, die als Geschenk unterm Weihnachtsbaum gestellt wurden und die kurze Zeit später im Tierheim landeten, gibt es so gut wie gar nicht mehr.

Vor zehn Jahren registrierte das Matthias-Neelen-Tierheim es noch 15 bis 20 Tiere, die dieses erbärmliche Schicksal nach dem Heiligen Abend ereilte. Ermann ist sicher, dass die ständige Aufklärungsarbeit darüber, dass ein Tier kein passendes Weihnachtsgeschenk ist, inzwischen dazu beigetragen hat.

Der Trend geht in eine andere Richtung, und die scheint deutlich vernünftiger zu sein. "Heute kommt es immer öfter vor, dass die Leute nach Weihnachten mit der ganzen Familie zu uns kommen. Sie erfüllen sich nach dem Fest ihren gut überlegten Weihnachtswunsch nach einem vierbeinigen Familienmitglied", weiß Erdmann aus jüngeren Erfahrungen.

(tre)