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Kreis Viersen: Die Hitze hat den Kreis im Griff

Kreis Viersen : Die Hitze hat den Kreis im Griff

Olga Das hatte gestern allen Grund zur Freude: "Gerade sind mehr als 100 Kinder bei uns eingetroffen", erzählte die Kassiererin im Niederkrüchtener Freibad gestern Mittag gut gelaunt. Bisher lief die Saison eher mau.

Der lang ersehnte Sommer ist endlich da. Und keiner mag wohl gerade daran denken, dass das Hitze-Intermezzo nur von kurzer Dauer sein wird. Schon am Donnerstag sollen Gewitter für einen Temperatursturz sorgen. Das heißt also: Genießen, genießen, genießen. Und das taten die Viersener: Wer nicht arbeiten musste, saß schon gestern Morgen um zehn am prall gefüllten Eiscafé "Cortina" an der Löhstraße und schlemmte ein kühlendes Eis.

Auf den Feldern sah das anders aus. "Eine Kuh fühlt sich bei über 25 Grad sehr unwohl", berichtete Kreislandwirt Paul-Christian Küskens. Für die meisten Tierarten sei die Hitze ein großes Problem. Die Ställe müssen deshalb runtergekühlt werden. Vor allem aber hat Küskens Angst vor dem, was nach der Hitze kommt: "Gewitter sind sehr wahrscheinlich bei diesen Temperaturen, und dann kann es auch schon mal Hagel geben, der uns die Pflanzen zerschlägt."

Wer sich für heute Abend zum Joggen verabredet hat, sollte sich überlegen, ob das wirklich sein muss. Denn die plötzliche Hitze ist für den Körper noch ungewohnt. "Sportler benötigen normalerweise rund zehn Trainingstage, um sich an heiße Temperaturen zu gewöhnen", sagt Sportmediziner Dr. Michael Fritz. "Erst dann setzt die sogenannte Hitze-Adaption ein. Der Körper schwitzt dann ökonomischer und verliert weniger Salz." Während Radfahren aufgrund des kühlenden Fahrtwinds unproblematisch sei, sollte man bei über 25 Grad vom Joggen lieber Abstand nehmen. "Für Menschen, die nicht ganz gesund sind, kann das zur Falle werden", warnt Fritz. Viele wüssten unter Umständen gar nicht, dass sie Bluthochdruck oder Herzerkrankungen haben. Auch das Verschieben der Laufrunde in den späten Abend bringt nicht viel. "Abends haben wir immer noch eine hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Ozonwerte", weiß Fritz.

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Leistungssportler, die auf das Training nicht verzichten können, sollten im schattigen Wald laufen und auf ausreichenden UV-Schutz achten. Dazu gehören neben Sonnencreme auch eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung. Außerdem sollten sie eine Trinkflasche dabei haben und das Wasser ab und zu über den Körper schütten. Kopfschmerzen, Übelkeit oder Muskelkrämpfe können erste Anzeichen für einen Hitzschlag sein, in diesem Fall muss sofort abgebrochen werden. Senioren sollten die Hitzetage möglichst zu Hause im Kühlen verbringen, für sie ist die Hitze besonders belastend.

(RP/rl)