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Nettetal: Die fröhliche Dreieinigkeit wird nun 60

Nettetal : Die fröhliche Dreieinigkeit wird nun 60

Die Heyman-Drillinge Brigitte, Maria und Margot feiern mit der Familie ihren 60. Geburtstag. Die Mädchen waren bei ihrer Geburt über Lobberich hinaus eine Sensation. Im Leben haben sie immer auch getrennt eine Einheit gebildet.

Drei. Immer nur drei. Nie allein, nie ohne die beiden anderen. Nervt das nicht manchmal? Brigitte, Margot und Maria schütteln gleichzeitig die Köpfe und lachen ihr breites, lautes, ansteckend fröhliches Lachen. "Nein", sagt Margot. "Wir waren immer zur dritt und das bleiben wir. Das wird sich durch nichts ändern."

Die Geburt von Drillingen in der Lobbericher Familie Heyman war Ende August 1954 eine Sensation. Statistiker fanden heraus, dass zuletzt "vor 133 Jahren im Landkreis Kempen-Krefeld" Drillinge geboren worden waren. Brigitte und ihre Schwestern haben sich das gemerkt. In ihrer Dreisamkeit sind sie in gewisser Weise einzigartig, auch wenn nach ihnen weitere Drillinge geboren wurden. Einige kennen sie sogar persönlich.

Brigitte ist die älteste der Schwestern. Sie hat das Treffen organisiert, Maria und Margot arbeiten im Krankenhaus Nettetal. Das bedeutet Schichtdienste, die nicht aufeinander abgestimmt sind. Maria ist Stationsschwester, Margot arbeitet im Bistro. Sie hat vorher auch auf der Station gearbeitet, da aber überwiegend in Breyell, wo heute das Curanum-Pflegezentrum steht.

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Im Altbau des Marienhospitals, über dem Balkon, wurden die Drillinge am 26. August 1954 geboren. Mutter Hermine und Vater Jakob, die ein Obst- und Gemüsegeschäft an der Breyeller Straße betrieben, ahnten nichts. Um 8.30 Uhr kam Brigitte, und Vater Jakob wurde darauf vorbereitet, da komme wohl noch ein Kind ... Um 14.30 Uhr war es tatsächlich da, und wieder brachte der Bote eine Kunde über die Geburt hinaus: Da werde wohl noch ein Kind zur Welt kommen. Eine Stunde später war die dritte Tochter geboren. Maria, die alle nur unter dem Namen Miken kennen, habe ihren Namen erhalten, weil die Schwestern im Krankenhaus das angeregt hatten. Der August sei ein Marienmonat, sagten sie.

Der völlig unverhoffte Kindersegen schweißte die Familie noch mehr zusammen, darin sind die Drillinge sich einig. Sie haben einen älteren und einen jüngeren Bruder, die Eltern hätten sich rührend und mit unendlicher Geduld und Nachsicht um die Kinder bemüht. Mit glänzenden Augen erzählen sie über die Kindheit mit Nachbarskindern auf der Breyeller Straße, vom Kindergarten und von der Volksschule an der Sassenfelder Straße.

Hier trennten sich nach vier Jahren die Wege von Brigitte und ihren eineiigen Schwestern Margot und Miken. Brigitte besuchte das Gymnasium, arbeitete in der Sparkasse in Lobberich und Süchteln, in der Volksbank in Lobberich und heute bei einem Steuerberater. Sie wohnt in Bracht und hat Johannes Heller geheiratet. Der war zunächst immer mit den anderen unterwegs zum Tanz. Dabei musste er hinnehmen, dass Miken und Margot absolut unzertrennlich sind und er oft nicht wusste, wenn von beiden quirligen jungen Damen er gerade in den Armen hielt. Eines Abends stieß Brigitte zufällig hinzu und wurde als Drillingsschwester vorgestellt. Johannes Heller glaubte das erst, nachdem sie ihren Ausweis gezückt hatte. Dass die beiden fortan ein Paar waren, hat einen der ganz wenigen Konflikte unter den Drillingen hervorgerufen. Wenige Wochen später war alles überwunden, die Hochzeit 1975 feierte die ganze Familie voller Glück mit.

In Lobberich gehen alle drei keine zehn Schritte, ohne dass jemand sie freundlich grüßt. "Wir sind tief verwurzelt hier", erklärt Margot. Unvorstellbar ist ihr wie Miken, nicht mehr hier zu leben. Und Brigitte, die von beiden mit feinem Spott gerne als "unsere vernünftige" tituliert wird, muss auch regelmäßig in die Heimatstadt zum Einkaufen "oder auch nur so".

Miken hat mit zwölf Jahren schon im Krankenhaus sonntags aufgeholfen. "Helfen, medizinisch tätig sein, mich sozial einsetzen - das hat mich immer beschäftigt", erzählt sie. Mit 14 Jahren, nach der Schulentlassung, lernte sie den Beruf der Krankenschwester. Margot blieb zu Hause, im elterlichen Geschäft. Bis sie herausbekam, wie viel sie und wie viel Miken monatlich verdiente. Spätestens da zog es sie ebenfalls ins Krankenhaus, wo sie, mit Unterbrechungen, bis heute arbeitet.

Feiern will das lebenslustige Trio, das seit mittlerweile sechs Jahrzehnten als dreifach rheinische Fröhlichkeit unzertrennlich bleibt, diesmal nicht ganz so groß wie vor zehn Jahren. Der Familienkreis reicht für die dreifache Geburtstagsfeier, und darauf freuen sich alle. Margot und Miken leben im selben Haus an der Nordstraße. Ihre Nähe gibt ihnen mitunter selbst Rätsel auf. Wird die eine krank, folgt die andere nur wenig später. Selbst Trennungen von ihren Partnern folgten kurz aufeinander. "Wir sind eben so, das lässt sich nicht ändern", sagen sie. Und Brigitte gehört nicht nur dazu. Sie ist eine von den Drillingen, die es immer nur im Dreierpack gibt und die nicht voneinander lassen werden. Es gibt sie nur zu dritt.

(RP)