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Nettetal: Die freche Maus in vielen Farben

Nettetal : Die freche Maus in vielen Farben

An diesem Wochenende findet die Aufführung der Ballettschule Kelping statt. 160 Schülerinnen präsentieren die abgewandelte Bilderbuchgeschichte "Jonathan die freche Maus".

"Füße strecken, Arme zur Seite", ruft Ballettlehrerin Simone Schmitz den sechs Mädchen im Ballettsaal zu. Maya, Anna, Franziska, Desirée, Mara und Ida freuen sich schon auf die Aufführung am Nachmittag. "Wir sind die Pferde", sagt Ida und zieht ihren braunen Rock und den Haarreifen mit den Ohren zurecht. Es bleiben nur noch wenige Stunden für die letzten Proben zu "Jonathan die freche Maus" — einer Bilderbuchgeschichte in leicht abgewandelter Form, von den Autorinnen Ingrid Ostheeren und Agnes Mathieu.

Bevor die sieben- bis neunjährigen Mädchen sich vor den großen Spiegel im Saal stellen, ist Aufwärmen angesagt: Pliés und Rilevés — Knie beugen und auf die Zehenspitzen stellen. Dabei achtet die Inhaberin der Tanzschule, Simone Schmitz, auf Haltung sowie gestreckte Arme und gibt den Takt durchs laute Mitzählen vor. "Es wird jährlich eine Aufführung geben", erzählt Schmitz, die 2012 die Ballettschule von Katja Kelping übernommen hat. "Es geht darum, den Kindern ein gemeinschaftliches Erlebnis zu ermöglichen, etwas, worauf sie hinarbeiten können", erklärt die 27-Jährige ausgebildete Tanzpädagogin. Insgesamt zeigen am Wo-chenende rund 160 Schülerinnen, und auch zwei Jungen, woran sie seit August arbeiten. "Jonathan die fre-che Maus ermöglicht eine Verbindung zwischen Schauspiel und Tanz", sagt Simone Schmitz. Dabei steht eine Botschaft im Zentrum der Erzählung: Erst, wenn die Dinge nicht mehr da sind, lernt man sie wertzuschätzen.

Die Besucher können sich auf eine abwechslungsreiche Aufführung mit aufwendigem Bühnenbild freuen, in der Jonathan (getanzt von der neunjährigen Luise Menges) durch den Speck-Diebstahl von einer Fee belehrt werden soll. "Egal, was die Maus isst, sie nimmt dessen Farbe an", erzählen die Mädchen aus der Mittwochsgruppe und lachen. Ob rot, gelb, grün oder blau — erst am Ende — durch Jonathans Einsicht — gibt es ein Happy End. Erzählerin Sandra Langheier führt die Zuschauer durch die Geschichte. Während die kleinen Tänzerinnen die tierischen Bauernhoftier-Rollen übernehmen, dürfen die älteren Tänzerinnen die jeweiligen Farben, die die freche Maus annimmt, darstellen. Neben dem klassichen Ballett bietet die Ballettschule in Lobberich auch modernen Tanz an. Den Auftakt heute und morgen Nachmittag machen Hip-Hop- und Jazztänzer. Simone Schmitz ist sehr dankbar für die Unterstützung der Eltern: "Die Oma einer Schülerin hat alle Kostüme genäht, viele Mütter helfen beim Schminken", erzählt Schmitz.

Die Musik ertönt ein letztes Mal an diesem Probennachmittag. "Galopp, Galopp, Galopp", die Mädchen laufen im Kreis, stützen die Arme in die Hüften und strahlen über das ganze Gesicht. Simone Schmitz ruft die sechsköpfige Gruppe zum Abschlusskreis zusammen. "Denkt daran, nicht sofort von der Bühne zu laufen, erst nachdem der Hund kommt", die Mädchen nicken eifrig und laufen zu ihren Eltern, die vor der Glastür auf ihre kleinen Ballerinas warten.

(janj)