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Nettetal: Die Flüchtlinge können jetzt kommen

Nettetal : Die Flüchtlinge können jetzt kommen

Die Stadt hat in kürzester Zeit 150 Plätze für Erstankömmlinge in der alten Lobbericher Hauptschule geschaffen.

Heute, Dienstag, gegen 18 Uhr sollen sie in Lobberich eintreffen, die 150 Flüchtlinge, die in der ehemaligen Hauptschule am Ingenhovenpark vorübergehend Quartier beziehen. Woher sie kommen, ob viele Kinder darunter sind, darüber hat die Stadt Nettetal aber keine Informationen, das wurde gestern bei einem Pressegespräch im Rathaus deutlich. "Wir wissen nur, dass Asylbewerber kommen, mehr nicht", erklärte Bürgermeister Christian Wagner am Nachmittag. Im Rathaus trafen sich die Verantwortlichen, die die Unterbringung koordinieren. "Wir sind bereit. Um 16 Uhr sollte alles organisiert sein, auch dank der vielen ehrenamtlichen Helfer", sagte Wagner.

Vergangenen Freitag hatte das Nettetaler Rathaus ein Anruf erreicht: Bis Dienstag, 18 Uhr, habe die Stadt im Zuge der Amtshilfe Raum für 150 Flüchtlinge bereitzustellen. Der Hintergrund: Die zentralen Erstaufnahmeinrichtungen des Landes sind überfüllt. Nun müssen die Kommunen bei der Erstaufnahme von Flüchtlingen aushelfen. So wie im Kreis schon die Stadt Viersen, die ebenfalls Platz für 150 Menschen bereitstellen musste.

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In Windeseile wurde in Nettetal zu diesem Zweck die seit einem Jahr leerstehende und teilweise heruntergekommene Hauptschule hergerichtet. Dafür mussten kleinere Baumaßnahmen vorgenommen werden, die Nahrungsversorgung organisiert und Raum für die medizinischen Pflichtuntersuchungen geschaffen werden. Betten mussten her.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Ehrenamtler von Hilfsdiensten wie Rotes Kreuz, Malteser und Technisches Hilfswerk sowie der Flüchtlingshilfe arbeiten seit dem Wochenende daran, die Flüchtlinge im alten Schulgebäude menschenwürdig unterzubringen. Den Zugang von außen soll ein Sicherheitsdienst regeln, die Polizei wird verstärkt Streife in der Umgebung fahren.

"Wir konnten gerade der Bezirksregierung Vollzug melden, dass wir in der Lage sind, die 150 Asylbewerber unterzubringen und zu versorgen", sagte Bürgermeister Wagner. Wie lange die Flüchtlinge bleiben werden, ist indes noch offen. "Die Rede ist von Oktober, aber wir rechnen eher mit einem Zeitraum bis zur Jahreswende", erklärte Wagner.

Laut der Leiterin des zuständigen Fachbereichs Soziales, Ina Prümen-Schmitz, seien mittlerweile auch die Anwohner der Hauptschule offiziell informiert worden. Die meisten hätten freundlich reagiert, und die Hilfsbreitschaft sei groß, teilte sie mit. "Es gibt schon Spendenangebote, die Annahme von Spenden, vor allem Kleidern, wird vom Förderverein Flüchtlingshilfe organisiert."

Nun beginnt für Ehrenamtler und Mitarbeiter der Stadtverwaltung das Warten. "Die Flüchtlinge werden in Bussen kommen, ob alle auf einmal oder schubweise, ob von einer Grenze oder einem Flughafen, das weiß bis jetzt nicht mal die Bezirksregierung", erklärte Sozialdezernent Armin Schönfelder.

Fest steht indes auch, dass heute Morgen noch weitere dauerhaft bleibende Asylbewerber in Nettetal eintreffen - und entsprechend die Zahl von derzeit 317 Asylbewerbern erhöhen.

Doch, so Prümen-Schmitz, solange dann die 150 Menschen in der Hauptschule untergebracht sind, werde es vorübergehend keine weiteren Zuweisungen von regulären Asylbewerbern mehr geben.

(RP)