Kommentar: Die falsche Kronzeugin

Kommentar: Die falsche Kronzeugin

Gegen das Anliegen der Grünen, sich möglichst schnell von einer Stromerzeugung aus fossilen Quellen wie Kohle, Gas oder Öl zu trennen, hat niemand etwas. Darüber kann man Grundsatzdebatten führen.

Ob sie etwas an der Energiepolitik ändern, ist zweifelhaft. Man kann sicherlich auch darüber streiten, ob die Stadtwerke hier oder dort beherzter regenerative Wege gehen sollten. Aber eine Grundsatzdebatte sollte nicht nur formal, sondern auch inhaltlich besser vorbereitet werden als die Grünen das vorexerzierten. Ihre Argumente sind mit der heißen Nadel gestrickt, vielleicht wurden sie in fataler Weise nur ergoogelt. Fraktionschef Guido Gahlings zog als Kronzeugin gegen klimaschädliche Kohleverstromung Claudia Kemfert, der Leiterin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, heran. Übersehen haben die Grünen, dass sie in diesem Zusammenhang vehement für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken und keineswegs für regenerative Energien eintritt.

(RP)