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Nettetal: Die drohende Kita-Krise

Nettetal : Die drohende Kita-Krise

Ab August 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren. Doch für die vom Bund geforderte Versorgungsquote fehlt es an Plätzen: Nettetal hat 122, Viersen 90 Plätze zu wenig.

Viersen/Nettetal Noch 14 Monate haben die Kommunen Zeit, um den Kita-Ausbau für unter Dreijährige voranzutreiben. In den Städten und Gemeinden müssen für 32 Prozent aller Kleinkinder dieses Alters Kita-Plätze geschaffen werden. So sieht es zumindest eine Vorgabe der Bundesregierung vor. "Das schafft sowieso keine Kommune, diese Quote zu erreichen", sagt Arndt Venten, Pressesprecher der Stadt Nettetal.

Ab August 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kleinkinder unter drei Jahren. Da jedoch die Kita-Plätze fehlen werden, befürchten zahlreiche Städte und Gemeinden eine Klagewelle seitens der Eltern. Trotz aller Schätzungen und Ausbaubemühungen dürften viele Kommunen Mitte kommenden Jahres mit viel zu wenigen Plätzen dastehen – der errechnete Bedarf speist sich derzeit lediglich aus Hochrechnungen.

Viele Fragen im Raum

Bei der vom Bund gesetzten Versorgungsquote von 32 Prozent hieße das konkret für die Stadt Nettetal, dass ab dem neuen Kindergartenjahr im August 2013 insgesamt 302 U-3-Plätze zur Verfügung stehen müssen. Realisiert werden können jedoch nur 180. Doch ob die vom Bund festgesetzte Zahl an Plätzen tatsächlich gebraucht wird, ist fraglich. "Es stehen in dem Zusammenhang noch sehr viele Fragen im Raum, die geklärt werden müssen – an erster Stelle das geplante Betreuungsgeld", so Arndt Venten. Durch das Betreuungsgeld könnte die Nachfrage nach den begehrten Plätzen sinken. Momentan liegt die Versorgungsquote für Kita-Plätze in Nettetal bei 17,4 Prozent. Um mehr Plätze bis zum nächsten Jahr zu schaffen, werden die Raumangebote ausgeweitet. Von den 16 Einrichtungen in der Stadt Nettetal ist bereits in sieben ein Umbau erfolgt, während weitere sieben noch auf einen Ausbau warten. Wie die tatsächliche Nachfrage nach U-3-Plätzen im kommenden Jahr ist, bleibt jedoch abzuwarten. Doch die Kommunen tappen gerade noch im Dunkeln. Durch die Landtagsauflösung im März wurden die Diskussionen unterbrochen, sodass Entscheidungen verzögert werden.

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Auch in der Stadt Viersen wird man die bundesweit gesetzte Versorgungsquote nicht einhalten können. Viersen bräuchte bis August kommenden Jahres 380 Plätze. Bis dahin werden noch drei neue Kindergärten gebaut. Dennoch: Realisiert werden nur 290 Plätze. Bis zum Stichtag die fehlenden 90 U-3-Plätze zu realisieren, erscheint derzeit utopisch. "Wir befinden uns im Nothaushalt", erklärt Beigeordneter Dr. Paul Schrömbges und ergänzt: "Uns fehlen noch Investitionszuschüsse vom Land in Höhe von drei Millionen Euro – wir gehen nicht davon aus, dass wir noch Geld bekommen werden." Wie die fehlenden 90 Plätze noch finanziert werden können, das muss künftig diskutiert werden. "Aber wir hängen gerade in der Luft – es sind noch sehr viele Fragen von Land und Bund offen. Die müssen erst beantwortet werden, bevor wir uns Maßnahmen überlegen können", so Schrömbges. FRAGE DES TAGES

(RP)