Die Diskussion um die Rettungswachen im Kreis Viersen geht weiter

Pläne des Kreises für neue Rettungswache in Nettetal-Breyell: Stadt lehnt neue Rettungswache in Breyell ab

Das Gutachten des Kreises wird in Nettetal kritisch gesehen. Die Stadt plant stattdessen einen Neubau in Lobberich

Von dem vorgelegten Konzept zum Rettungsdienst im Kreis Viersen hält man im Nettetaler Rathaus nicht viel. Die Schließung der beiden Rettungswachen in Lobberich (am Krankenhaus) und in Kaldenkirchen (am Herrenpfad) zugunsten eines Neubaues in Breyell-Gier wird als „Verschlimmbesserung“ gesehen, da das Gutachten die oft geschlossene Bahnschranke an der Biether Straße nicht berücksichtige.

Vom Ratsausschuss für Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehr erhielt die Verwaltung Rückendeckung für ihre ablehnende Haltung, allerdings wollen alle Fraktionen ihre Position erst im Herbst beziehen. In einer 26-seitigen Vorlage zerpflückt die Stadt die Argumente des Gutachters vor allem zum Standort einer neuen Rettungswache auf freiem Feld in Breyell-Gier. Dadurch verschlechtere sich die Versorgung der Menschen in Lobberich und Kaldenkirchen, „was in medizinischen Akutfällen nicht hinnehmbar ist“, so Erster Beigeordnete Armin Schönfelder. Dazu wird nachgewiesen, dass jetzt 90 Prozent der Menschen in den vorgeschriebenen zehn Minuten (plus zwei Minuten Dispositionszeit) erreicht werden. Weil die Krankenkassen 2008 den Bau einer zentralen Rettungswache für Nettetal ablehnten, wurde die Dependance in Kaldenkirchen errichtet. Deshalb versteht man bei der Stadt nicht, dass der Plan wieder hervorgeholt werden soll. So hat die Stadt eine Planung für den Neubau einer Rettungswache in Lobberich eingeleitet, weil der Keller im Krankenhaus nicht genügt.