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Diamantener Meisterbrief für Hans-Josef Schmacks aus Nettetal-Kaldenkirchen

Kaldenkirchen : Seit 60 Jahren Kfz-Elektriker-Meister

Der Kaldenkirchener Hans-Josef Schmacks hat den Diamantenen Meisterbrief erhalten. Für seine Prüfung musste er einst nach Norddeutschland — bei der Handwerkskammer Düsseldorf gab es nicht genug Aspiranten.

Mit seiner Entscheidung zur Selbstständigkeit hat Hans-Josef Schmacks seine Eltern einst überrumpelt. Der Vater war kaufmännischer Angestellter, die Mutter bei der Stadtverwaltung beschäftigt, für ihren Sohn sorgten sie sich um ein geregeltes Einkommen. Der aber ließ sich nicht beirren, gründete erst eine Werkstatt in Kempen und später eine Tankstelle mit Reparaturbetrieb an der Steyler Straße in Kaldenkirchen. Heute sagt der inzwischen 84-Jährige: „Ich würde es morgen wieder so machen.“

Seine Lehre begann Hans-Josef Schmacks 1949 in Kaldenkirchen, danach arbeitete er in Betrieben in Düsseldorf, Mönchengladbach und Krefeld. Für die Meisterprüfung aber musste der Kraftfahrzeugelektriker nach Flensburg – „in Düsseldorf gab es nicht genügend Aspiranten für einen Meisterkursus“, erinnert sich der gebürtige Kaldenkirchener. Auf eine Empfehlung hin versuchte er sein Glück in Schleswig-Holstein, dort ließ man ihn die Prüfung erfolgreich ablegen. 60 Jahre sind seitdem vergangen. Am Mittwoch hat ihm die Handwerkskammer Düsseldorf den Diamantenen Meisterbrief überreicht.

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Diese Auszeichnung gebe es noch gar nicht allzu lange, sagte Marc Peters, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, der sie zusammen mit Obermeister Richard Tendyck von der Innung des Kfz-Gewerbes Kreis Viersen in Kaldenkirchen überreichte. Seit etwa zwei bis drei Jahren werde sie aber immer häufiger verliehen. „Die Menschen werden älter“, erklärt er. Hans-Josef Schmacks und er kennen sich bereits: Vor zehn Jahren übergab Peters dem Kraftfahrzeugelektriker-Meister zum 50-Jährigen den Goldenen Meisterbrief.

Als Hans-Josef Schmacks Mitte der 1960er-Jahre nach einem geeigneten Standort für seine geplante Tankstelle suchte, hatte er sein Augenmerk eigentlich auf ein Grundstück an der Leuther Straße gerichtet. „Aber jemand anderes hat mehr geboten“, berichtet er. Die Fläche an der Steyler Straße lag zwar weit außerhalb, trotzdem gefiel sie ihm – obwohl dort eine Sandgrube war. Die musste zunächst aufgeschüttet werden. Für 70 Mark kaufte Hans-Josef Schmacks das Areal, dann rollten Lastwagen mit insgesamt rund 5000 Kubikmetern Bauschutt an, um das Loch zu füllen. Durch die Beziehungen der Mutter bekam er einen Kredit. Die damals freie Tankstelle begann mit zwei Zapfsäulen und einer ein mal zwei Meter großen Hütte für den Tankwart.

Nach und nach vergrößerte Hans-Josef Schmacks seinen Betrieb. Die Dachkonstruktion, die 1988 über den Zapfsäulen installiert wurde, entwarf er selbst. Seit Ende der 70er-Jahre gehörte seine Tankstelle dem US-amerikanischen Mineralölunternehmen Texaco an, später den Nachfolgern DEA, Shell, seit 2016 Esso. Nur die Werkstatt im hinteren Teil gab er irgendwann auf. 2002 verabschiedete sich der Kraftfahrzeugelektriker-Meister in die Rente. Sohn Bernd (50) übernahm. Ein bisschen habe er aber immer noch im Betrieb seine Finger im Spiel, berichtet der Vater.

Vor gut drei Jahren modernisierte Bernd Schmacks die Tankstelle. Heute beschäftigt er zwölf Mitarbeiter. Sein Bruder Martin ist als Kfz-Meister in einem anderen Betrieb angestellt. Auch die Enkelkinder Lisa-Marie (20) und Maximilian (23) führen die Leidenschaft von Hans-Josef Schmacks fort: Sie betreiben Tankstellen in der Eifel.