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Nettetal: Detektive fangen den Dieb

Nettetal : Detektive fangen den Dieb

Die Stadtbücherei hatte großes Glück: Ausgerechnet nach einem nächtlichen Einbruch gab es ein Seminar für Junior-Detektive. An einer spannenden Herbstferien-Aktion nahmen 30 Jungen und Mädchen teil.

Einbrecher in der Stadtbücherei – ein Albtraum für Bibliothekar Ulrich Schmitter. Der oder die Einbrecher mussten nachts gekommen sein, denn als Ulrich Schmitter morgens die Tür Ferienveranstaltung aufschloss, entdeckte er sofort den Einbruch. Doch bereits nach drei Stunden war der Täter dingfest gemacht. Er wurde in Handschellen abgeführt. Auch die Beute tauchte, dank der Hilfe vieler kleiner Junior-Detektive, auf und wurde den Eigentümern zurückgegeben.

Soweit die Theorie, denn der Einbruch war eine Idee des Detektivs Alexander Schrumpf. Er kam im Rahmen des Herbstferienprogramms für Kinder in die Stadtbücherei, um kleine Junior-Detektive auszubilden. 30 Mädchen und Jungen wollten mehr über die Arbeit eines Detektivs zu hören. "Mit Fernsehhelden hat meine Arbeit allerdings nichts zu tun", stellte Detektiv Alexander Schrumpf sofort klar. Er vermittelte im ersten Teil seines "Detektiv-Seminars" ein realistisches Bild von seiner Alltagsarbeit.

Drei Stunden lang begab er sich mit den kleinen Spürnasen auf Spurensuche. "Hast du eine Pistole?", wollten gleich mehrere die Kinder wissen. "Nein, Detektive dürfen nicht schießen", sagte er. Dafür holte er andere, für die Kinder hochinteressante Arbeitsgeräte eines Detektivs aus seinem Koffer hervor.

Leonie war seine erste Assistentin, die ihm am abgesperrten Tatort bei der Spurensicherung half. Sie fand mehrere Schriftstücke, die der Täter wohl verloren hatte. Vorsichtig sammelte sie sie mit einer Pinzette ein und legte sie sorgfältig in die "kriminalistische Tüte". Sie entdeckte auch eine Strumpfhose, die sich der Täter oder die Täterin über den Kopf gezogen hatte, sowie ein rotes Brecheisen. "Damit hat der Täter bestimmt die Türe aufgebrochen", vermutete der neunjährige Marc. Um es zu sichern, dazu zog sie sich Handschuhe an. Joshua, der als zweite Spürnase vor Ort sein durfte, sicherte Fingerabdrücke, die er auf dem Türrahmen entdeckte. Mit einem besonders feinen "Feenhaarpinsel" und einigen klein gemahlenen Rußpartikelchen nahm er die Fingerabdrücke mit Hilfe einer Spuren-Folie auf. Fußabdrücke, die im Umfeld der Stadtbücherei entdeckt wurden, goss Alexander Schrumpf in Gips, und Spürnase Annelie ermittelte die Schuhgröße: "Wir suchen einen Täter mit Schuhgröße 39", stellte sie fest.

Die Finderabdrücke führten schnell zum Täter, der jedoch – wie sich später herausstellte – einen Komplizen im Team der Stadtbücherei hatte. Denn bei dem Diebesgut handelte es sich um die Ausweise der Kinder. Die wurden mit Hilfe der drei Junior-Detektive schnell gefunden. Am Ende bekamen die Kinder jeweils einen Junior-Detektiv-Ausweis ausgestellt. Der eine oder die andere hat seinen Traumberuf schon gefunden. "Ich werde später Detektiv", steht für den neunjährigen Niklas schon fest.

(ivb)