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Nettetal: Der Schulkonsens färbt ab

Nettetal : Der Schulkonsens färbt ab

Die im Nettetaler Stadtrat vertretenen Fraktionen sind sich einig, dass die Schulentwicklungsplanung zügig voranschreiten muss. Denn die Schülerzahlen sinken. Nun wird über eine Sekundarschule diskutiert.

Der Schulkonsens zwischen CDU, SPD und Grünen auf Landesebene setzt sich auch in Nettetal fort: Die im Rat vertretenen Fraktionen wollen zügig zu einer Einigung kommen, wie es mit der Schullandschaft in der Stadt weitergehen soll. "Dass wir das alles bald wollen, halte ich für eine Selbstverständlichkeit", sagte Jürgen Boyxen (CDU).

Um die Schulentwicklungsplanung abschließen zu können, will die Politik nun also zügig eine Richtung vorgeben – aber zuvor ergebnisoffen die Optionen analysieren und diskutieren. Ein entsprechender Beschluss wurde in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses gefasst.

Stadt will prüfen

Im Raum steht die Einführung einer Sekundarschule – einer neuen Schulform, die im Rahmen des Schulkonsenses entwickelt wurde (siehe Artikel unten). Die CDU-Fraktion im Nettetaler Stadtrat hat einen Fragenkatalog zusammengestellt, den die Verwaltung bis zur nächsten Ausschusssitzung beantworten will. Die CDU möchte unter anderem wissen, wie sich eine Sekundarschule in Nettetal auf die bestehenden Schulen mit der Sekundarstufe II auswirken würde und in welchem Zeitraum eine Sekundarschule in der Stadt entstehen könnte. Armin Schönfelder, Erster Beigeordneter der Stadt, versprach, die neue Schulform zu prüfen. "Das sind wir unseren Bürgern schuldig."

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Einige Bürger, genauer: Eltern von Viertklässlern, werden derzeit von der Verbundschule in Grefrath angeschrieben, damit diese ihre Kinder zum nächsten Schuljahr dorthin schicken. Ein Umstand, der Schönfelder ärgert: "Wir werden uns mit der Schule in Verbindung setzen." Denn solche Kämpfe kann die Stadt Nettetal nicht gebrauchen, sinken die Schülerzahlen doch ohnehin schon, wie ein Blick in die aktuelle Schulstatistik zeigte. Gab es an allen Nettetaler Schulen im Schuljahr 2007/2008 noch 5238 Mädchen und Jungen, sind es derzeit nur noch 4733 – und damit noch einmal 66 Schüler weniger, als es die Schulentwicklungsplanung aus dem Jahr 2008 prognostiziert hatte.

Ein Blick auf die Geburtenraten der vergangenen Jahre zeigt, dass sich dieser Trend so schnell nicht ändern wird. Immerhin scheint sich aber abzuzeichnen, dass sich die Geburtenzahlen mit etwas mehr als 300 Kindern pro Jahr in der Stadt "auf niedrigem Niveau stabilisiert haben", sagte Schönfelder.

Vor allem die Grundschulen stehen alsovor erheblichen Herausforderungen. Denn dort mangelt es nicht nur an Schülern, sondern auch an Schulleitern und Konrektoren. An der katholischen Grundschule in Hinsbeck soll es am Donnerstag ein Vorstellungsgespräch mit einem Interessenten geben, doch der Verbund aus den katholischen Grundschulen in Kaldenkirchen und Leuth steht nach wie vor ohne Rektor und Konrektor da. Dabei könnten solche Verbünde laut Horst Gerlach, Grundschulleiter aus Breyell, helfen, kleine Standorte zu erhalten.

(RP)