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Nettetal: Der Prozess geht weiter

Nettetal : Der Prozess geht weiter

Mehr als 400 Hinsbecker besuchten die Informationsveranstaltung zum Neubau eines Saales. Dabei erkannten der Ortsvorsteher und der Bürgermeister eine Mehrheit für den Saal. Nun wird um den Standort gerungen.

Es gibt weiterhin kein unumstrittenes Bild darüber, ob und in welcher Form die Hinsbecker einen Saal wünschen. Ortsvorsteher Heinrich Ophoves und Bürgermeister Christian Wagner sind allerdings sicher, dass sie eine ausreichende Mehrheit ergründet haben: "Aufgrund des Meinungsbildes heute werden wir den Prozess weiterführen", verkündete Wagner am Ende einer streckenweise konfliktreichen Versammlung. Alle Hinsbecker Bürger ab dem 16. Lebensjahr sollen nun ihre Meinung zum ausgeguckten Standort an der Krickenbecker Allee sagen.

Deutlich mehr als 400 Bürger versammelten sich am Dienstag auf Einladung Ophoves' im Jugendheim der Pfarre. Ein großer Teil musste draußen bleiben, weil der Saal aus allen Nähten platzte. Gegner und Befürworter des Saales bzw. des Standortes am Westrand des Dorfes kamen in großer Zahl, um ihre Interessen zu vertreten. Hinsbeck hat seit einiger Zeit keinen Saal mehr. Versuche eines privaten Investors, auf der Heide einen Saal zu errichten, scheiterten am Einspruch der Bezirksregierung.

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Zwölf Standorte untersucht

Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche erläuterte, dass die Stadt insgesamt zwölf mögliche Standorte untersucht hatte. Übrig blieb jetzt ein Acker im Landschaftsschutzgebiet an der Ecke Schlossstraße/Krickenbecker Allee. Über diesen Standort sollen die Hinsbecker nun abstimmen.

Zuvor prallten die unterschiedlichen Meinungen zum Teil recht heftig aufeinander. Die einen wollen "keinen Ballermann" im Ort, die anderen reagierten ähnlich polemisch mit dem Vorwurf, "ihr eure privilegierten Wohnlagen im Naturschutzgebiet nicht teilen." Reinhard Born warnte davor, das Dorf auf diese Weise zu spalten. Professorin Dr. Andrea Plinke (Initiative zum Schutz der Hinsbecker Heide) unterstrich: "Ich bin in Hinsbeck geboren und wohne wieder in Hinsbeck". Sie regte eine "gemeinsamem Taskforce aus Befürwortern und Gegnern" an, um das Thema zu versachlichen.

Daran haben vor allem auch die Vereinsvertreter Interesse. Mehrere Sprecher beklagten, sie hätten schon lange keine Heimat mehr für größere Veranstaltungen. Man habe sich mit diesem Zustand arrangieren müssen, aber es gebe den berechtigten Wunsch nach einem Saal im Ort. Manche Veranstaltung sei ausgefallen oder ins Zelt verlegt worden, andere werden gestückelt, wieder andere müssen auf Dauer nicht akzeptable Behelfe ausweichen. Grundschulleiter Gabriele Lanser unterstrich: "Wir brauchen den zu Fuß erreichbaren Saal. Derzeit können wir keine Veranstaltung mit allen Kindern und Eltern durchführen."

(le-)