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Nettetal: Der Mensch ist nicht auf dem Speiseplan

Nettetal : Der Mensch ist nicht auf dem Speiseplan

Warum Rotkäppchen lügt, erfuhren die Besucher der Nettetaler Wolfstage in der Biologischen Station Krickenbeck.

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Schenkt man einem alten Märchen Glauben, so frisst der Wolf wehrlose Großmütter ebenso wie hilflose Kinder. Auch wenn schon Jahrhunderte vergangen sind, das Märchen vom bösen Wolf hält sich hartnäckig.

Die Biologische Station Krickenbecker Seen informierte bei den Nettetaler Wolfstagen über nach Deutschland zurückgekehrte Wölfe. Der Mensch, so haben Forscher herausgefunden, stehen hundertprozentig nicht auf dem Speisenplan der Wölfe. Viel lieber frisst der Wolf, der lateinisch Canis lupus heißt, Wildtiere, mit denen er sich den Wald als Lebensraum teilt. Ganz selten, so haben die Experten herausgefunden, stehen schon einmal Nutztiere auf der Speisekarte. Jedoch nur, wenn sie nicht ausreichend geschützt sind.

Im Infozentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen können die Besucher lebensechte Wolfs-Modelle betrachten, dazu gibt es nützliche Verhaltenstipps und Infomaterial zum Tier. Zusammengestellt hat die Ausstellung der Nettetaler Wolfsbotschafter Markus Heines, und er weiß, "Wölfe sind scheue und faszinierende Tiere". Seit mehr als 150 Jahren war der Wolf in Deutschland ausgerottet, seit dem Jahr 2000 steigt die Zahl der Wölfe in Deutschland langsam wieder. Doch das Überleben der Tiere hängt entscheidend von der Akzeptanz in der Bevölkerung ab, "Unwissenheit, Vorurteile und Angst sind in den Köpfen der Menschen immer noch weit verbreitet", so Heines.

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Der Naturschutzbund (Nabu) setzt sich mit einer Vielzahl einzelner Maßnahmen für das Überleben der Wölfe ein. So hat der Nabu kleine rote Buttons mit dem Aufdruck "Rötkäppchen lügt" pressen lassen, um das Image des Wolfes aufzuwerten. Jäger sind nicht die Feinde des Wolfes, so der Nabu. Sie verhalten sich gegenüber dem Wolf meist korrekt, weil ihnen Wild und Wald am Herzen liegen, jedoch müssen auch sie sich anpassen, weil Wild nicht mehr an bekannten Stellen auftauchen könnte. Gefährlich für den Wolf ist nur der illegale Abschuss.

Die Ausstellung zeigt anschaulich die langen Strecken, welche Wölfe zurücklegen können - und dass es gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass sie auch in Nordrhein-Westfalen irgendwann wieder auftauchen. 17 Wolfsrudel - jeweils zwei Elterntiere und sechs bis acht Welpen - leben wieder in Deutschland. Auf Schautafeln informiert die Ausstellung darüber, wie Wölfe leben und was sie wirklich fressen.

Mehr als 200 Besucher kamen am Eröffnungstag der Ausstellung, darunter ein Wolfsbotschafter aus Sonsbeck mit einem echten Wolfsschädel. Ein lebendiges Exemplar eines Nachbarn der Wolf-Familie hatte ein Wolfbotschafter aus dem Kreis Heinsberg mit nach Nettetal genommen, der dort eine Auffangstation für Wölfe unterhält. Für Markus Heines und die anwesenden Besucher ergaben sich interessante Themen rund um den Wolf. Aufgrund der großen Resonanz wurde die Ausstellung bis zum 25. Mai verlängert. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis sonntags von 11 Uhr bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

(ivb)