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Nettetal: Der Mann ist ein Gedicht

Nettetal : Der Mann ist ein Gedicht

Das Frühjahrsprogramm des Vereins Nettetaler Literaturtage eröffnet der Kölner Rupert Schieche. Er spielt Lyrik von Ringelnatz bis Gernhard. Es lesen auch das Krimi-Duo Hoeps/Toes, Sebastian Polmans und Johannes Girmes.

Lyrik? Ein Vortragsabend nur mit Gedichten? Das ist heutzutage mehr denn je unvorstellbar. Nicht für den Verein Nettetaler Literaturtage. Allerdings verspricht er mit dem Gastspiel des Kölners Rupert Schieche am Donnerstag, 15. März, in der Stadtbücherei in Breyell einen völlig anderen Lyrikabend. Hier deklamiert niemand in weihevoller Stille voller Andacht ein Gedicht nach dem anderen. Der Mann hat eine vollkommen schräge Art, "er spielt Lyrik und macht daraus ein hochkarätiges Kleinkunstprogramm", verspricht Vereinsvorsitzender Ulrich Schmitter.

Zwischen den alle zwei Jahre stattfindenden Nettetaler Literaturtagen hält der gleichnamige verein stets ein sehr heterogenes und oft überraschendes Programm bereit. In diesem Frühjahr gibt es vier Veranstaltungen, die kaum unterschiedlicher sein können, die aber auch gleichzeitig Werbung für Literatur im besten Sinne ist.

Neben der "ultimativen Dichtershow" des schrägen Schieche — übrigens im Internet zu bestaunen unter "youtube"(dort Suche nach Rupert Schieche) werden das deutsch-niederländische Autorenduo Thomas Hoeps und Jac. Toes ihren Neuling "Höchstgebot" am Donnerstag, 29. März, in der Bücherei vorstellen. Die beiden haben ihre Hauptfiguren aus früheren Romanen, den deutschen Kunstrestaurator Robert Patati und die niederländische Profilerin Micky Spijker, weiterentwickelt. Die beiden sind jetzt tauglich für eine temporeiche Geschichte um Kunst, Raub und Waffenhandel. Und sie beschränken sich nicht auf eine Lesung, sondern erzählen in höchst unterhaltsamer Weise, wie ihr neues Werk entstand.

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Berechtigt stolz ist Ulrich Schmitter darauf, dass der Niederkrüchtener Sebastian Polmans im September 2010 den 10. Nettetaler Literaturwettbewerb gewann. "Die Jury darf sich im Nachhinein bestätigt fühlen. Denn sein Roman "Junge", der ein Jahr später erschien, sorgte für Furore. Er erhielt den Jürgen-Ponto-Literaturpreis und kletter bis auf den 2. Platz der SWR-Bestenliste", berichtet er. Und die Süddeutsche Zeitung bescheinigte Polmans "ein erstaunliches Debüt, das weit über ein Gesellenstück hinausgeht". Polmans, der übrigens auch freier Mitarbeiter der Viersener RP war, kehrt am Donnerstag, 26. April, dahin zurück, wo alles anfing: Er liest in der Stadtbücherei.

Besonders gespannt sein werden nicht nur die Nettetaler auf die Lesung von Johannes Girmes am Dienstag, 8. Mai. Der gebürtige Grefrather wanderte 1980 aus in die USA. In seinem Debütroman "Und die Asche danach ins Meer", der unverkennbar autobiografische Züge hat, erzählt er die Geschichte eines Jungen, der in der Nazizeit aufwuchs, die Jugend am Niederrhein verbrachte und dann mit seiner jungen Familie in die USA auswandert. FRAGE DES TAGES

(RP/rl)