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Der erste Karnevalszug des Jahres - in Nettetal-Leuth wurde der Tulpensonntagszug vorgezogen

Winterbrauchtum in Nettetal-Leuth : Der erste Karnevalszug des Jahres

In Leuth gab’s am Sonntag einen Karnevalsmarathon zum „6x11=66“-Jubiläum mit Messe, Kindersitzung, Zug und Schlussparty. Gefeiert wurde viel, vom Winde verweht wurde niemand.

Häufiger als sonst üblich gingen die Blicke der Leuther am Leuther Tulpensonntag gen Himmel. „Bleibt es trocken?“, war die Schicksalsfrage, denn die Karnevalsgesellschaft „Löther Rieser“ hatte zu ihrem närrischen „6x6=66“-Jahre-Jubiläum zum Umzug durch den Ort eingeladen. Es blieb trocken. Dass es hin und wieder stürmte, machte nichts, denn „die Leuther sind bodenständige Leute, denen macht so’n bisschen rauere Luft nichts aus“, hatte Pastor Benedikt Schnitzler festgestellt.

Einheitlich kostümierte Fußgruppen zogen beim Leuther Tulpensonntagszug mit. Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Begonnen hatte der Karnevalsmarathon um 9.30 Uhr mit einer stimmungsvollen Messe in St. Lambertus. Er setzte sich fort um 11.11 Uhr bei einer Kindersitzung mit viel Musik und Tanz im knubbelvollen Saal Dückers. Der Höhepunkt als Outdoor-Event war dann der Zug, der auf seinem Weg gar in eine (ausgeschilderte) Sackgasse geriet, aus der er auch wieder herauskam, denn die Absperrungen am erst zu 99 Prozent fertigen Petershof waren mit höchster behördlicher Genehmigung beiseite geräumt worden.

Aus dem Gewusel auf der Paul-Breuer-Straße wurde dann ein Zug nur mit Fußgruppen und kleinen „Verpflegungswagen“, aus denen hier und da Musik erklang. An der Spitze gingen die bunt kostümierten Kinder des Kindergartens, sorgsam mit einem Seil eingehegt von Eltern und Betreuerinnen. Und dann kam auch schon mit der Hinsbecker Jüüten-Kinderprinzessin Ilka I. die erste Lieblichkeit im offenen Cabrio angefahren. Karrnevalsvereine hatten Abordnungen geschickt: Kolping, Alles det met und KKV aus Kaldenkirchen, Molveren Dei aus Breyell, Fidele Heide aus Lobberich mit Jubiläumsprinzessin Silvia I., die selbstveständlich auch aus einem Cabrio die Kusshändchen verteilte. Dabei feierte auch Lobberichs Komiteepräsident Thomas Timmermanns ein Wiedersehen mit seinem Heimatdorf. Und Prinzessinnen-Vater Horst Peschkes unkte angesichts stürmischer Böen: „Wir haben euch etwas Lobbericher Wind mitgebracht.“

Auch der „König der Löwen“ zog am Sonntag mit durch Leuth. Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Zwischen die offiziellen Frohsinnmacher hatten sich die Krokodile von der Straßengemeinschaft May und die Heimatfreunde Leuth eingereiht. Auch war ein „König der Löwen“ in stattlicher Größe erschienen, immer wieder von den Kindern umringt.

Eine bunte Schar mit vielen Luftballons bildete der Kinderkarneval der „Löther Rieser“, der sich Elferrat und Vorstand anschlossen, die vorher auf dem Elferratswagen am Buscher Weg die närrische Parade abgenommen hatten. Den Schlusspunkt setzte Alt-Kaiser Anton („Toni“) Thelen, der sein E-Mobil mit einer Clownfigur samt Rieser geschmückt hatte. Es gab auch Kamelle und Strüßcher, aber wohlverpackt und nicht geworfen, sondern den Zuschauern am Straßenrand überreicht. Leuth blieb sauber.

Bei der After-Zug-Party im Saal Dückers (das Zelt von Altweiber war schon wieder abgebaut) wurde den „Riesern“ noch einmal zum närrischen Jubelfest gratuliert. Obernärrin Renate Bein hörte viel Lob für den Zug und Anerkennung für die große Schar der Mitwirkenden des eigenen Vereins.