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Nettetal: Der Einzelhandel fürchtet Einbußen im Umsatz

Nettetal : Der Einzelhandel fürchtet Einbußen im Umsatz

Norbert Backes vom Werbering Lobberich sieht durchaus eine Gefahr für den Einzelhandel durch die Pkw-Maut. In seinen Augen sind die Niederländer Kunden, die sich wie ein "scheues Reh" verhalten und durch die Maut in großen Teilen abgeschreckt werden könnten.

Backes kann sich sogar einen Kundenrückgang um bis zu 25 Prozent in Nettetal vorstellen. Allerdings stellt er gleichzeitig klar, dass ohnehin in Lobberich weniger Niederländer einkaufen als in Kaldenkirchen. "Kaufland hatte bei den Gesprächen zur Ansiedlung aber auch großes Interesse an der Gewinnung niederländischer Kunden", sagt Backes. Er sieht vor allem das Problem in der Erreichbarkeit Lobberichs. Während die Niederländer Kaldenkirchen schnell über Landstraßen erreichen, fahren sie nach Lobberich überwiegend vermutlich über die A 61. Deutschland spielt in seinen Augen eine Vorreiterrolle. "Wenn Deutschland die Pkw-Maut einführt, werden andere Länder in der EU nachziehen", vermutet er. In der Diskussion werde immer Österreichs Modell genannt. Wenn das so wäre, müsse man dem Vernehmen nach in der Relation zum Autobahnnetz nicht 100 Euro, sondern 645 Euro für die Jahresvignette nehmen.

Für Hans-Willi Pertenbreiter, Mitglied im Werbering Viersen, stellt sich noch die Frage, ob die Maut überhaupt kommt. "Wir haben aber kein großes Interesse an ihr", sagt er. Nur weil die Bayern gerne nach Österreich führen und dort bezahlen müssten, verlangten sie nun die Maut für Ausländer in Deutschland. Er glaubt, dass am Ende die Kosten der Maut entscheiden werden. Rechne sich eine Jahresvignette, würde sie Anfang des Jahres gekauft und genutzt werden. Pertenbreiter rechnet fest damit, dass Belgier und Niederländer nachziehen werden, wenn sie in Deutschland eingeführt wird.

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Besonders viele niederländische Kunden hat der Einzelhandel in Kaldenkirchen. Claudia Willers, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Kaldenkirchen Aktiv, bestätigt: "Die meisten unserer niederländischen Kunden besuchen uns zwar aus den direkten Nachbarorten, müssen demzufolge nicht unbedingt via Autobahn nach Kaldenkirchen kommen. Allerdings lässt es sich schwer einschätzen, ob nicht viele Besucher dennoch abgeschreckt oder verunsichert werden. Sicherlich wäre ,Aufklärungsarbeit' erforderlich. Jedoch ist derzeit noch unklar, ob die Einführung der Maut sich nur auf die Autobahnen beziehen würde. In jedem Fall wäre dann der Einkaufs-Ausflug nach Kaldenkirchen teurer und damit uninteressanter."

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