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Nettetal: Der Chorraum platzt aus allen Nähten

Nettetal : Der Chorraum platzt aus allen Nähten

Udo Schröder forderte vor zwei Jahren auf: "Komm, sing mit!" Aus anfangs 16 Männern und Frauen, die in Leutherheide einen Chor bildeten, ist inzwischen ein stattlicher Klangkörper geworden, der als Kosimi-Chor auftritt.

"Ein Chor ist ein feines Instrument", sagt Udo Schröder, "man kann ganz viel Euphorie in ihm wecken." Der Organist der Pfarre St. Peter und Paul in Leutherheide muss es wissen, denn er spielt schon seit seinem achten Lebensjahr Klavier und begleitet Chöre. An den Tag im März vor zwei Jahren erinnert er sich nur zu gut. "Es kamen 16 Frauen und Männer ins Leutherheider Pfarrheim, um gemeinsam zu singen", sagt Udo Schröder.

Heute sind es 65 Sängerinnen und Sänger. Es sind so viele, dass der Platz im Leutherheider Pfarrheim nicht mehr ausreicht. "Wenn alle kommen, sitzt man sich auf dem Schoß", lächelt Udo Schröder. Er ist glücklich, dass er mit seiner Idee, die er vor zwei Jahren ausheckte, Erfolg hat. Sprechen andere Chöre vom Chorsterben und Mitgliederschwund, so hat der damals gegründete Leutherheider Kosimi-Chor ("Komm sing mit") weiterhin einen ungebremsten Zulauf.

Die Idee war eigentlich ganz einfach. Schröder wollte schlicht "einen Chor für Männer und Frauen gründen, die Spaß am Singen haben". Das Potenzial war da, das war ihm bewusst. "Die Leute scheuen nur, einem festen Chor beizutreten, und ich wollte das angestaubte Image eines Chores aufmöbeln. Die Sängerinnen und Sänger sollen das Publikum unterhalten, nicht stur ihr Programm runter singen. Das Publikum soll mitsingen, es soll kurzweilig sein", erklärt Udo Schröder, der dabei ganz euphorisch wird.

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Wer im Kosimi-Chor mitsingen möchte, muss keinerlei Kenntnisse mitbringen. "Es ist ein wild durcheinandergeworfener Haufen, der Chor hat ein ganz spezielles Fluidum, jeder hat Spaß beim Singen – und das kommt auch im Publikum herüber", sagt der Chorleiter. Schröder begleitet außerdem den Kinderchor der Kindertagesstätte in Leutherheide. Und er dirigiert auch die "Niederrhein-Sänger", einen Männerchor, der früher von Johannes Menskes geleitet wurde. Dass sich auch "gestandene" Sängerinnen und Sänger dem Kosimi-Chor angeschlossen haben, war zusätzlich ein Glücksfall. "Sie reißen die weniger geübten Sänger mit, es ist ein Geben und Nehmen", berichtet Udo Schröde. Die Proben allein seien bereits kurzweilig "und bereiten den Sängerinnen und Sängern sehr viel Spaß", schwärmt er.

Das bestätigt Willi Brinkhoff, der aus Grefrath nach Leutherheide kommt mit großer Begeisterung im Chor mitsingt. "Die Atmosphäre hier ist etwas ganz Besonderes", sagt er und legt sich so richtig ins Zeug. "Es ist unglaublich, was hier in zwei Jahren geschaffen wurde" staunt er selbst. Das Repertoire des Chores ist mittlerweile groß, es reicht vom Udo-Jürgens-Medley über Schlager bis hin zu John Denver. In den Auftritten stellt der Chor sich bewusst auf das Publikum ein. "Natürlich singen wir auch liturgische Lieder, denn in Leutherheide ersetzen wir den Kirchenchor", sagt Udo Schröder. Die nächsten Proben finden im Breyeller Regenbogensaal statt. "Da haben wir mehr Platz", erläutert Udo Schröder, der die wunderschönen Momente mit dem Chor nicht missen will. FRAGE DES TAGES

(ivb)