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Nettetal: Der Bahnhof ist reinlicher geworden

Nettetal : Der Bahnhof ist reinlicher geworden

Nach massiven Protesten und Beschwerden hat die Deutsche Bahn AG in Kaldenkirchen gehandelt. Reinigungsintervalle wurden verändert, Fahrgastinformationen verbessert und die Auffahrt zum Bahnhof teilweise neu asphaltiert.

Wer den Kaldenkirchener Bahnhof nutzen muss, um einen Zug zu erreichen, kennt das: Treppe herunter, tief Luft holen und zusehen, dass man bis zum Treppenaufgang kommt. Wer es nicht schafft, dem steigt der eklige Geruch aus Urin und Kot in die Nase. So war es bis vor etwa zehn Tagen. Im Bahnhof Kaldenkirchen tut sich nämlich etwas. Er ist reinlicher geworden, und es gibt ein elektronisches Fahrgastinformationssystem auf den Bahnsteigen.

Nun mag das nicht jeden gleich vom Hocker reißen. Aber wer weiß, dass die Deutsche Bahn AG gestern gerichtlich dazu angehalten wurde, beispielsweise jene elektronische Informationssysteme gefälligst flächendeckend zu installieren, dem dämmert, welchen Quantensprung Kaldenkirchen soeben erfahren hat. Freiwillig sei das geschehen, sagt ein Bahnsprecher. Das glauben nicht alle. Seit Jahren haben sich Wut, Ekel und Abscheu aufgestaut. Eingaben blieben nahezu wirkungslos, ebenso ein Workshop im vergangenen Jahr. Die Verkehrsgesellschaft des Kreises Viersen legte schließlich massiv Beschwerde bei Spitzenleuten des Konzerns in Nordrhein-Westfalen ein. Jetzt rührt sich etwas.

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Nach Angaben der Bahn wurden die Reinigungstage verändert. Es rücken nicht mehr mittwochs und freitags dienstbare Geister im Auftrag der Bahn an, sondern bereits montags. "Das ist am Tag nach dem Disko-Wochenende im früheren Empfangsgebäude. Das ist nämlich unser größtes Problem", sagt der Bahnsprecher. Ob nun ausgerechnet Disko-Gäste das dringende Bedürfnis haben, sich in einem der beiden Bahnsteigtunnel zu erleichtern, sei dahingestellt. In den vergangenen Tagen jedenfalls umwehte nicht gleich Uringeruch die Nasen von Reisenden. Die Reinigungskräfte sind auch angehalten, Defekte, Schäden und andere Dinge zu melden, damit sie möglichst schnell behoben oder beseitigt werden können.

Es sind etliche Kleinigkeiten anders, vielfach wirklich besser geworden. Geländer wackeln nicht mehr, sondern bieten festen Halt. Alte Anzeigeschilder wurden entfernt, ein Bahnsteigbelag wurde so ausgebessert, dass er nicht mehr als Stolperfalle die Gesundheit der Fahrgäste bedroht. Und an den Bahnsteigen 2 und 3 gibt es elektronische Laufbänder, die aktuell auf nahende Züge hinweisen oder Zugausfälle und Verspätungen vermelden können. Wenn sich gar nichts bewegt, zeigen sie wenigstens die aktuelle Zeit an. Die neue Beschilderung kostet nach Angaben des Bahnsprechers rund 5000 Euro, die neue "Dynamische Schrift-Anzeige" (DSA) mit Lautsprecher annähernd 3000 Euro.

Reinlicher geworden ist auch der Weg nach draußen. Die Abfallbehälter werden regelmäßig geleert und auch herumfliegendes Papier, Plastik und anderer Müll aufgehoben. Es wirkt alles ein wenig ausgeräumter und sauberer, auch wenn ansonsten die Substanz weiter bröckelt — im Tunnelmauerwerk gut zu sehen.

Das meiste Geld nahm die Bahn aber in die Hand, um die Auffahrt zum Bahnhof zu asphaltieren. Etwa 9500 Euro hat das gekostet. Zwischen Stadt und DB AG war übrigens eine ganze Weile strittig, wo die Grenze der Auffahrt verläuft, bis die Bahn überzeugt war, dass die Straße wirklich ihr bereits ganz unten gehört. Frage des Tages

(RP)