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Nettetal: Den Ort und die Perspektive wechseln

Nettetal : Den Ort und die Perspektive wechseln

Eine Ausstellung in der Werner-Jaeger-Halle ist auf den Dialog zweier Künstlergruppen über die Stadtgrenzen hinaus ausgerichtet. 22 Künstler aus Nettetal und Korschenbroich zeigen derzeit in Lobberich ihre Arbeiten.

Im Verhältnis 1:1 setzen Nettetaler Künstler im Austausch mit der Korschenbroicher Künstlergruppe KiK im "Ortswechsel" auf die Begegnung kreativer Kräfte. Der erste Teil der Doppelausstellung mit Werken von jeweils elf Beteiligten aus beiden Städten findet bis zum 26. Oktober im Foyer der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich statt. Eine Fortsetzung auf Korschenbroicher Seite folgt vom 6. bis 31. März 2015.

Robert Jordan, Kurator der Korschenbroicher Gäste, betont im begleitenden Katalog: "Positionen der Malerei, Fotografie und Bildhauerei treten dabei in einen Wettbewerb zwischen den Künstlergruppen, stellen sich aber insbesondere in der fremden Umgebung einem neuen unbekannten Publikum vor."

Die facettenreiche Gemeinschaftsaktion geht auf die Initiative des Bildhauers und Steinmetz' Manfred Mangold zurück. "Bei den Korschenbroicher Künstlern bestand der Wunsch, sich einmal in einer anderen Region vorzustellen, bei den Nettetalern war das nicht anders", erzählt Mangold, der in Hinsbeck sein Atelier hat, aber im Korschenbroicher Ortsteil Herrenshoff wohnt und sich somit beiden Künstlergruppen verbunden fühlt.

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"Ich freue mich, dass alle, die ich gefragt habe, auch zugesagt haben und die Ausstellung im Verhältnis von Bild und Skulptur sehr ausgewogen und abwechslungsreich ist", sagt Mangold über einen befruchtenden und problemlosen Verlauf des Unternehmens. Mangold selbst ist mit sechs Skulpturen vertreten, die seine Vorliebe für harte Steine sowie eine reduzierte und symbolisch aufgeladene Darstellung dokumentieren.

Die Präsentation ist auf den stetigen Dialog über die Stadtgrenzen hinaus ausgerichtet: Die Werke der Korschenbroicher und Nettetaler begegnen sich im beinahe gleichmäßigen Rhythmus zueinander: Die Nettetalerin Christa Rosa Wolff empfängt beim Eingang mit zwei Assemblagen, die für sie einen "denkwürdigen Kontrast" ausmachen. Die eine zeigt den unsteten Blick eines Augenpaars aus dunkel bewegtem Grund unter einem Geflecht von Schnüren, die andere die bildinterne Gegenüberstellung eines großformatig dargestellten Gehirns mit den in schlichten Buchstaben geschriebenen Worten "Die ungeborenen Möglichkeiten".

Christina Schwarz von "KiK" inszeniert gleich nebenan in Hinterglas-Maltechnik auf PET "Universo II" als informelles raumgreifendes Objekt. Rot pocht gegen komplementäres Grün und Schwarz. Naturhaft anmutende Strukturen, die zugleich Prozesse assoziieren, prägen die Oberflächen von Marile Heinens Figuren aus Ton und Engobe. Schräg gegenüber bewegt sich Gisela Schmachtenbeg-Scherlitzkis frei hängendes Objekt aus Vlies mit jedem Luftzug und gibt verschiedene Ansichten auf figürlich ausgeschnittene Silhouetten preis. Unendlich leicht muten ebenso Barbara Schmitz-Beckers Arbeiten an: Kokongleiche Behausungen aus schichtverleimten Naturfasern mit einem halb verborgenen Kern.

(anw)