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Nettetal: Den Menschen geht es schlechter

Nettetal : Den Menschen geht es schlechter

Die Schließung des Pierburg-Werks in Lobberich wird viele Familien hart treffen. Die Einkünfte sind vielfach vergleichsweise gering. "Wer monatlich mit einem kleinen Auto nach Neuss pendelt, muss mit etwa 300 Euro Zusatzkosten rechnen", hat Tahir Yavuz errechnet.

Das trifft beispielsweise auch viele Mitarbeiter, die türkische Wurzeln haben. Manche wollen Fahrgemeinschaften bilden, um die Kosten gering zu halten. Ob die Arbeitseinteilung das zulässt, bleibt abzuwarten.

Die Lobbericher Moschee spürt schon länger, dass es den Menschen in der Gemeinde finanziell schlechter ergeht. "Als das Gebäude vor Jahren erworben wurde, haben viele eine Menge Geld gegeben. Da kamen beim Freitagsgebet, das regelmäßig etwa 300 Menschen besuchen, oft auch 50- und 100-Euro-Scheine zusammen. Heute sieht das ganz anders aus. Die Menschen geben fünf bis zehn Euro, und viele sagen offen, dass selbst das ihnen schwerfällt", sagt Yavuz, der zum Vorstand der Moschee gehört.

Besonderes Kopfzerbrechen bereite der türkischen Gemeinschaft die Entscheidung, die Hauptschule in Lobberich zu schließen. Sie genieße hohes Ansehen und Vertrauen. "Das wird noch ein Riesenproblem, denn viele sind nicht bereit, weite Wege zurückzulegen", hat Tahir Yavuz in vielen Gesprächen mit besorgten Eltern erfahren.

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Yavuz ist froh, dass Nettetaler Schulklassen immer wieder einmal die Moschee besuchen und sich erklären lassen, wie die Gemeinde ihre Religion lebt. "Lehrer und Eltern sind dann immer sehr angetan", sagt der Vorsitzende des Integrationsrates. Er bedauert, dass Klassen aus weiterführenden Schulen diesen Weg bisher nicht gefunden haben.

(RP/ac)