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Nettetal: Demenz ist Leben in anderer Welt

Nettetal : Demenz ist Leben in anderer Welt

Über den angemessenen Umgang mit Demenzkranken referierten im Festsaal des Marienheims die Sozialpädagogin Gabriele Scheid und Ines Gehlmann, die in der Pflege beschäftigt ist. Sie wollten Angehörigen und externen Besuchern die Theorie um die Krankheit und ihre Auswirkungen auf das Leben vermitteln. Dazu bedienten sie sich auch szenischer Darstellungen typischer Situationen des Alltags. Die Anzahl demenzkranker Menschen nimmt ständig zu, die Ursachen sind vielschichtig. Die Bezeichnung Demenz lässt sich übersetzen mit "der Geist ist weg". Wer erkrankt ist, dem versagt das Gehirn zunehmend die Gefolgschaft. Die Welt, in der ein an Demenz erkrankter Mensch lebt, ist so richtig, wie er sie erlebt. "Falsch" liegen die anderen, sie müssen sich ändern. Wer mit ihnen umgeht, muss sich darauf einlassen, dass sie ihre Verstandesebene nicht verlassen. Es ist für Angehörige nicht leicht nachzuvollziehen, dass sie Eltern oder Partner regelrecht "verlieren". Eine Besucherin erzählte, dass ihre Mutter Rosenkohl bis auf Erbsengröße schälte. Doch nach einem Lob war sie bereit, die Mitarbeit der Tochter zu akzeptieren.

Es gibt einige Faustregeln, wie man sich richtig verhält. Kranke immer mit Namen und von vorne ansprechen, Blickkontakt halten, nicht widersprechen. Entscheidungen sollten nicht mit "W-Fragen" herbeigeführt werden. Vor allem aber: Kranken Zeit und Aufgaben geben.

(heko)