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Kreis Viersen: Das sind Nettetals Wutpunkte

Kreis Viersen : Das sind Nettetals Wutpunkte

Drei Studenten aus Viersen haben eine Internetseite gegründet, auf der jeder auf einer Landkarte eintragen kann, wo ihn etwas stört. Im Kreis sind mehr als hundert Stellen markiert. Es geht um Lärm, Müll und Straßenverkehr.

Wo wird wie wild gerast? Wo liegt ständig Müll — obwohl er da nicht hingehört? Und wo ist es so laut, dass man es kaum noch aushält? Drei Studenten aus Viersen wollten es ganz genau wissen und gründeten die Internetseite www.wutpunkte.de. "Alles begann mit dem Blitzmarathon vor einigen Wochen. Da prägte Landesinnenminister Ralf Jäger das Wort Wutpunkte", sagt Alexander Braden.

So viele Wutpunkte gibt es in Viersen: Die Kreise markieren User-Kommentare. Das Männchen steht für Müll, das Auto für Ärger im Straßenverkehr und das Megaphon für Lärmbelästigung. screenshot: www.wutpunkte.de Foto: Screenshot

Die Wutpunkte, die von der Polizei gesucht wurden, waren Punkte, an denen zu schnell gefahren wird. Alexander Braden, Magnus Schückes und Leon Hillebrandt dachten einen Schritt weiter. Sie erkannten, dass sich die Menschen nicht nur über Raser ärgern, sondern auch über andere Dinge. Auf ihrer Internetseite kann jeder anonym auf einer Landkarte Punkte markieren, an denen es Missstände gibt.

Ständig gibt es neue Beschwerden

"Mit der Seite möchten wir die Bürger anregen, sich stärker ins politische Geschehen ihrer Stadt einzubringen", sagt Braden. Das Ziel sei es, dass durch die Seite auf Wutpunkte aufmerksam gemacht wird, um gegen sie vorzugehen. Für Viersen zeigt die Landkarte der Internetseite 85 Wutpunkte an, für Schwalmtal 31 und für Nettetal ebenfalls 31. Ständig kommen neue Beschwerden hinzu.

In Viersen ist vor allem Müll den Anwohnern ein Dorn im Auge. "Im Garagenhof Dorfer Weg/Rathaus-gasse/Hauptstraße und in der Tiefgarage Rathausmarkt: Fund alter Spritzen und Junkie-Utensilien, Alupapier, Müll und Zigarettenkippen", erklärt ein Nutzer. In Dülken beschwert sich jemand, dass der Ostwall immer mehr zum Hundeklo wird.

In Lobberich ärgert sich ein Bürger, dass in der Nähe des Café Seeger "ein Fahrradständer eines Einzelhändlers den Gehweg so versperrt, dass Kinderwagen und Rollstühle auf die Straße ausweichen müssen". Auch in Kaldenkirchen geht es um Straßenverkehr: An drei Stellen (Poststraße, Friedrichstraße, Kölner Straße) wären Bürgersteige und Fahrradwege zugeparkt.

Noch etwas zurückhaltender mit ihren Wutpunkten sind die Brüggener, Niederkrüchtener und Schwalmtaler. Zwar markieren auch sie Orte, wo ihnen etwas nicht passt — nur zieren sie sich noch etwas mit Erklärungen. Am Borner See beklagen sie Müll und an der Amerner Friedhofstraße Lärm — genauer werden sie aber nicht. In Brempt an der Kaldenkirchener Straße monieren sie zumindest, dass dort trotz einer Zone mit Tempo 30 "eine Rennstrecke ist". Sie meinen, dass es "Geschwindigkeitsmessungen nur in eine Fahrtrichtung und viel zu selten gibt".

(RP/ac)