Brauchtum in Nettetal Das Jubiläumsschützenfest in Leuterheide

Nettetal · Der Marinezug bescherte Jubiläumskönig Klaus Gisbertz zum 200-Jährigen der Bruderschaft eine Überraschung: ein 14 Meter langes Schiff als Königsbogen.

Das hat es in über 200 Jahren bei der St.-Peter-und-Paul-Schützenbruderschaft Leutherheide noch nie gegeben: Ein Schiff als Königsbogen.

Das hat es in über 200 Jahren bei der St.-Peter-und-Paul-Schützenbruderschaft Leutherheide noch nie gegeben: Ein Schiff als Königsbogen.

Foto: Paul Offermanns

Nach sechs Jahren endlich wieder ein Schützenfest: Zwei Jahre später, wegen Corona, hat nun die St.-Peter-und-Paul-Schützenbruderschaft Leutherheide ihr Jubiläumsheimatfest zum 200-jährigen Bestehen gefeiert. Beim Festbankett gratulierte sogar der neue Finanzminister Markus Optendrenk aus Lobberich.

Leutherheide drohte am Samstag aus den Nähten zu platzen: Der große Festumzug zog mit rund 500 Bruderschaftlern aus dem Bezirksverband Nettetal-Grefrath und Musikern durch die Straßen. Voran schritt die Generalität mit dem neuem General Oliver Opdenberg, General-Adjutant Alfred Muskulus sowie mit neuem Major Frank Künstler und Major-Adjutant Renè Rievers. „Nehmt ihr mich mit?“, fragte Generalfeldmarschall Matthias Opdenberg (der schlecht zu Fuß ist) zum Auftakt-Aufmarsch beim König bei der Generalität.

Ein großes nicht zu übersehendes Schiff (rund 14 Meter breit und etwa drei Meter hoch, bis auf den Kajütenaufbau) stand vor dem Haus von König Klaus Gisbertz, zugleich auch 1. Brudermeister. „Jahrelang war er der Zugkönig der Marine-Offiziere gewesen. Da beschlossen wir als Marinezug, etwas Besonderes zu machen. Statt eines normalen Königsbogens bauten wir ein Schiff und jeder von uns brachte dabei seine Ideen ein“, sagte Stefan Borger, Offizier des Marinezuges, dessen Familie beim Schützenfest gut vertreten ist: „Mein Vater macht bei den Königs-Granadieren mit, mein Sohn bei den grünen Preußen, mein Bruder und mein Vetter bei den Roten Husaren und mein Neffe bei den Fliegern.“

Der Marinezug krempelte die Ärmel hoch beim Setzen des Prunkbaumes beim König, an der Spitze eine bei Dunkelheit leuchtende kleine Königskrone. Der Marinezug setzte auch die Segeln der „MS Klaas“ mit dem Konterfei vom König Klaus und Annegret Gisbertz sowie vom Ministerpaar Otmar und Susanne Hoppmanns. Für den 1. Brudermeister Klaus Gisbertz ging ein Traum in Erfüllung, als Jubiläumskönig gefeiert zu werden. Die Königskette wurde um seine Erinnerungsplakette erweitert, darauf steht „König 2018 Klaus Gisbertz“ (mit dem Vogelschussjahr) mit einem Anker als Seefahrtsmotiv in der Mitte. „Auch wenn das mit dem Laufen und Marschieren nicht mehr so ganz hinhaut, wir wollen und werden dabei sein, ich habe für meinen Zug im Zelt einen Tisch reserviert“, sagte der 85-jährige Heinz Lankes, der Offizier der Königsgrenadiere und jahrelang Hauptmann. „Wir sind alle 80 Plus.“

Der Zug der „grünen Preußen“ feierte sein 20-jähriges Bestehen. Die Fliegerstaffel machte bei ihrem ersten offiziellen Schützenfest in Leutherheide mit. Aus den Kinderzügen der vergangenen Schützenfeste bildete sich vor vier Jahren ein neuer Jungschützenzug. In einer Zeremonie gab‘s damals eine Gewehrübergabe der „alten Jungschützen“. Und nun zogen sie erstmals beim Jubiläumsschützenfest in Uniformen durch den Ort – mit dem Jungschützen-Offizier Jona Aengenoordt an der Spitze.

(off)
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