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Das Duell der Bürgermeisterkandidaten Christian Küsters und Christian Wagner in Nettetal

Stichwahl in Nettetal : Duell der Kandidaten aus Nettetal

In einem spannenden Livestream konnten die beiden Bürgermeister-Kandidaten Christian Küsters (Grüne) und Christian Wagner (CDU) ihre unterschiedlichen Standpunkte deutlich machen. Am Sonntag entscheidet der Wähler bei der Stichwahl.

Mehr als 5000 Nettetaler haben am Dienstagabend die Live-Übertragung des RP-Duells „Küsters vs. Wagner“ verfolgt. Noch vor Ende der Veranstaltung kamen rund 800 Kommentare zu den Redebeiträgen der beiden Bürgermeisterkandidaten zusammen.

<aside class="park-embed-html"> <div id="fb-root"></div> <script async="1" defer="1" crossorigin="anonymous" src="https://connect.facebook.net/de_DE/sdk.js#xfbml=1&amp;version=v9.0" nonce="QmEMD7AL"></script><div class="fb-post" data-href="https://www.facebook.com/rp.viersen/posts/2119362718207280" data-width="552"><blockquote cite="https://graph.facebook.com/266806183462952/posts/2119362718207280/" class="fb-xfbml-parse-ignore"><p>Küsters vs. Wagner – das Duell. Der gemeinsame Herausforderer von Grünen, SPD und FDP trifft auf den Amtsinhaber.</p>Posted by <a href="https://www.facebook.com/266806183462952">RP Viersen Nettetal Schwalmtal Brüggen Niederkrüchten</a> on&nbsp;<a href="https://graph.facebook.com/266806183462952/posts/2119362718207280/">Tuesday, September 22, 2020</a></blockquote></div> </aside>
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Bei der Bürgermeisterwahl in Nettetal hatte am 13. September keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit errungen. Deshalb kommt es am Sonntag, 27. September, zur Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Für den 49-jährigen Amtsinhaber Christian Wagner (CDU) hatten 37,5 Prozent der Wähler gestimmt. Grüne, SPD und FDP hatten sich vor der Wahl auf einen gemeinsamen Kandidaten verständigt: Christian Küsters (Grüne). Der 43-Jährige erzielte im ersten Wahlgang 48,1 Prozent der Stimmen.

Das Duell Kuesters vs Wagner in der Stadtbibliothek Breyell Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Bei der RP-Veranstaltung, die coronabedingt ohne Publikum in der Stadtbücherei über die Bühne ging, lieferten sich die beiden Kontrahenten in einem halben Dutzend Themenfeldern Wortduelle. Eine Auswahl: Christian Küsters startete mit der Digitalisierung, die er in seinem Beruf als Banker bestens kennt. Mehr Digitalisierung und eine bessere Ausstattung forderte Küsters auch für die Schulen und das Rathaus. Als Bürgermeister würde er die Digitalisierung vorantreiben wollen. Auch Christian Wagner nennt Digitalisierung ein Megathema, aber die Umsetzung müsse menschlich bleiben. Die Stadt ist bisher schon Pilotanwender des Kommunalen Rechenzentrums Niederrhein, etwa bei der e-Rechnung. Die Verwaltung müsse aber zweigleisig vorgehen, um niemanden abzuhängen.

Das Duell Kuesters vs Wagner in der Stadtbibliothek Breyell Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Wagner betonte in seinen Bereichen Wirtschaft und Stadtentwicklung, dass es für die Stadt Nettetal  gelungen sei, die Entwicklung zu drehen: Die Einwohnerzahlen nehmen wieder zu und Arbeitsplätze konnten geschaffen werden. Stolz ist Wagner auf das Projekt der Stadtwerke, eine Klimaplussiedlung, die mehr Energie erzeugt als verbraucht, zu errichten. Das sei für ihn ein Beispiel für Klimaschutz mit sozialem Wachstum. Küsters entgegnete, dass vieles zu langsam oder isoliert angegangen werde. Das Studentenheim als Passivhaus der Baugesellschaft sei ein Leuchtturmprojekt, dem nichts gefolgt sei. Bei der Stadtentwicklung reiche es auch nicht, Neubaugebiete für Einfamilienhäuser zu haben, die keine Busanbindung hätten. Küsters vermisst eine Planung für Mehrfamilienhäuser, für ein Wohnen zu bezahlbaren Preisen.

Bei der Stadtentwicklung will Christian Wagner ein Citymanagement einrichten, um die Situation in den Innenstädten für Einzelhandel und Gastronomie zu verbessern.

Beide Kandidaten stehen für Familienfreundlichkeit ein. Küsters vermisst jedoch längere Betreuungszeiten in den Kitas, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Familienfreundlichkeit nennt Wagner das Herzstück seiner Politik seit 2004. Die Stadt habe mehrere Kitas neu gebaut und erweitert. Auch sei es mutig und richtig gewesen, ein eigenes Jugendamt aufzubauen. Aber man müsse an alle Generationen denken. Eine Altenfachberatung sei aufgebaut worden, und bei der Quote der Pflegeplätze stehe Nettetal besser da als andere Kommunen.

Beim Thema Mobilität kritisierte Christian Küsters, dass alle seit 2017 auf das versprochene Mobilitätskonzept warten. Für den Grünen Küsters sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt. Aber in der Realität habe das Auto Vorfahrt, Radwege endeten im Nichts, Rad- und Autofahrer kämen sich an vielen Stellen in die Quere. An den Bahnhöfen sollten Mobilitätsstationen entstehen, und auch für den Schülerverkehr brauche man neue Strukturen.

Christian Wagner will zusammen mit den Bürgern zu einem neuen Mobilitätskonzept kommen. Nicht die Stadt solle mit fertigen Vorstellungen kommen, sondern man wolle mit den Menschen in den Stadtteilen die Vorstellungen besprechen. Corona-bedingt seien Bürgerversammlungen schwierig gewesen. Aber erst seit kurzem ist der technische Bereich mit dem Nettebetrieb so gut aufgestellt, dass man diese Themen angehen könne. Für die Schülerverkehre kann sich Wagner Sammeltaxis vorstellen.

In Corona-Zeiten habe die Verwaltung für Sicherheit gesorgt. Für den Herbst schlägt Wagner einen runden Tisch fürs Ehrenamt vor. Die Vereine, denen Einnahmen durch Absagen und Verbote wegfielen, will die Stadt unterstützen, in dem sie die Geldausfälle ersetzt. Die Gastronomie solle mit Hygienekonzepten unterstützt werden. 

Bei den steigenden Corona-Zahlen fordert Küsters, lokalen Ärzte eine Räumlichkeit zur Verfügung zu stellen, damit man bei Verdachtsfällen nicht zum Corona-Untersuchungszentrum in Kempen fahren müsse.

Die beiden Kandidaten wurden von RP-Redaktionsleiter Martin Röse nach den vielen Fakten und Ideen nach ihren Herzensangelegenheiten gefragt. Bürgermeister Christian Wagner ist seit 18 Jahren in Nettetal zu Hause. Sein Herzensanliegen ist es, dass Nettetal eine liebens- und lebenswerte Stadt bleibe, familienfreundlich und sozial gerecht.

Herzenswunsch von Christian Küsters ist mehr Bürgernähe. Die Bürger sollen sich ernst genommen fühlen und das Handeln der Verwaltung transparent gemacht werden. Als Externer wolle er Bewährtes erhalten und wertvolle neue Impulse geben. Die Antworten auf die Leserfragen und der Faktencheck werden in der Donnerstags-Ausgabe folgen.

Das Video des Abends ist abrufbar unter www.rp-online.de/nettetal