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Corso Film Casino in Nettetal: Corona-Regeln für den Kino-Start

Corona-Regeln für Besucher : Kino in Kaldenkirchen bekommt eine Einbahnstraße

Das Corso Film Casino in Kaldenkirchen öffnet nach der Corona-Pause wieder am Samstag, 30. Mai. Für den Start stehen Animation und Action auf dem Programm. Besucher müssen Hygiene-Vorschriften beachten. Ein Überblick.

Leer der Saal, unbesetzt die Sessel, dunkel die Leinwand. Nur Dick und Doof alias Stan Laurel und Oliver Hardy sorgen als Pappkameraden für ein bisschen Kinoflair. Seit Mitte März ist das Corso Film Casino in Kaldenkirchen dicht, doch jetzt naht das Ende der Corona-Pause: „Am Samstag, 30. Mai, eröffnen wir wieder“, kündigt Klaus Belker (60) an, der im Team mit Helmut Töpfer (82) und Sohn Harald Töpfer (52) das Kino betreibt.

Filmfreunde haben also Grund zur Freude, werden sich allerdings umstellen müssen, gelten doch schon beim Betreten des Kinos strenge Hygiene-Vorschriften. „Wir haben natürlich die vorgegeben Corona-Beschränkungen umgesetzt“, erläutert Harald Töpfer. Doch das nehme man in Kauf, sei froh, nun wieder den Betrieb aufnehmen zu können. Belker ergänzt: „Als wir Mitte März das Kino wegen der Pandemie schließen mussten, hatte ich schon befürchtet, es gehe frühestens im Sommer wieder los.“

Zweieinhalb Monate lang kein Kinobetrieb, das bedeutet: keine Einnahmen, kein Umsatz. Laut Belker habe man Corona-Soforthilfe erhalten. Auch wenn sich die Besucherzahlen günstig entwickeln, rechnet er doch für 2020 am Jahresende mit Mindereinnahmen im unteren fünfstelligen Bereich. Kurzarbeit oder Entlassungen stünden nicht an, da in dem kleinen Betrieb nur Familienangehörige und Aushilfskräfte mitarbeiten.

Die ungewollte Betriebspause habe man sinnvoll genutzt „für eine Grundreinigung des Saales und die Modernisierung der Küche“. Belker und die Töpfers hoffen, ab Juli auch wieder Spezialvorführungen wie das beliebte Kaffeekino mit Kaffee und Kuchen anbieten zu können.

Zunächst aber gibt es „aktuelle neue Filme von diesem Jahr, die bei uns noch nicht gelaufen sind, nächste Woche zum Beispiel den Lindenberg-Film“, sagt Harald Töpfer. Auf manche Filme wie den neuen Bond-Streifen müsse man noch warten, weil ja wegen der Pandemie die Weltpremieren verschoben werden mussten.

Wer ab Samstag ins Kino kommt, den informieren am Eingang Plakate über Hygiene-Vorschriften, die laut Belker vom Ordnungsamt der Stadt Nettetal gutgeheißen worden sind: Hände desinfizieren am Eingang. Im Foyer, an der Kasse, bei der Getränkeausgabe und beim Herumlaufen ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der Mindestabstand der Filmfans untereinander beträgt anderthalb Meter. Die Toiletten dürfen immer nur von einer Person betreten und benutzt werden.

Auf den Plätzen im Kinosaal herrscht keine Maskenpflicht, zusammen dürfen nur Personen aus demselben oder höchstens einem zweiten Haushalt sitzen. Den Betreibern kommt eine Besonderheit zugute, die die Übersicht erleichtert: Das Kino hat keine Sitzreihen, in denen man einzelne Plätze sperren müsste, damit der Abstand gewahrt bleibt, sondern Sitzgruppen mit Tischchen und Sesseln. „So können wir gut darauf achten, dass niemand zu nahe bei anderen Besuchern sitzt“, erläutert Harald Töpfer.

Die Platzzahl ist um die Hälfte auf 65 reduziert worden, damit genug Abstand gewährleistet ist. Im Kino, dem einzigen übrigens zwischen Kempen und Mönchengladbach, gilt zudem die Einbahnstraßen-Regelung: Zum Eingang rein, zum Notausgang raus. Die Betreiber hoffen auf regen Besuch. Belker: „All die Wochen über haben wir viel Zuspruch auf Facebook erfahren, und die Hygiene-Vorschriften trüben schließlich nicht das Kinoerlebnis.“