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Corona-Quartier in Lobberich: Stadt soll Quarantäne überwachen

Leiharbeiter in Nettetal : Stadt soll jetzt Quarantäne überwachen

Bei elf rumänischen Leiharbeitern, die getestet wurden, sind zwei Fälle von Corona-Infektionen festgestellt worden. Die Unterkunft in Lobberich steht unter Quarantäne. Diese soll das Ordnungsamt überwachen.

Am Dienstagabend rückten Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes, des Ordnungsamtes der Stadt Nettetal und des Roten Kreuzes aus, um in einer Unterkunft von rumänischen Arbeitern in einem niederländischen Schlachtbetrieb zu prüfen, ob sich jemand mit dem Corona-Virus angesteckt hat. Am Donnerstag lagen die Testergebnisse vor. Wie der Kreis Viersen mitteilte, sind zwei der Leiharbeiter infiziert. Für die Unterkunft in der Innenstadt von Lobberich wurde Quarantäne verhängt.

Beim Sreening-Termin wurden elf Bewohner angetroffen. Nach Informationen der Stadt sollen 22 Bewohner dort gemeldet sein. Da sie alle im Schichtbetrieb arbeiten, können nie alle auf einmal angetroffen werden. Als die Mitarbeiter des Kreises die Quarantäne vor Ort den Betroffenen mitteilten, hielten sich 16 Menschen in der beengten Unterkunft auf. Die Stadt Nettetal solle jetzt die 14-tägige Quarantäne überwachen. Auf Nachfrage sagte ein Sprecher des Kreises, im Moment seien keine weitere Screening-Termine durch das Kreisgesundheitsamt vorgesehen.

Das Land hat nach den Corona-Fällen bei Westfleisch in Coesfeld angeordnet, dass alle Arbeiter in Fleischzerlegungsbetrieben auf Corona getestet werden sollten. Nun gibt es außer dem überprüften Quartier in Lobberich noch weitere Unterkünfte, in denen niederländische Jobvermittler wie Flexipool und andere ihre vermittelten Arbeitskräfte untergebracht haben. Nach Informationen der Stadt werden pro Schlafstätte 340 Euro vom Verdienst abgezogen. Es handelt sich in Nettetal weitgehend um Leiharbeiter aus Rumänien. Die Stadt hat eine Mitarbeiterin gefunden, die ins Rumänische dolmetschen kann. Im ehemaligen Hotel zur Post an der Bahnstraße in Kaldenkirchen sind bekanntermaßen Arbeitskräfte aus Polen untergebracht. Claudia Willers, Ortsvorsteherin in Kaldenkirchen, kennt in Kaldenkirchen nicht so massive Beschwerden wie etwa in Hinsbeck.

Das Thema der engen Unterbringung von südosteuorpäischen Leiharbeitern, die in niederländischen Betrieben arbeiten, ist dem Kreis bekannt. Alle Gebiete entlang der Grenze sind betroffen. Die Kreise Kleve und Viersen stimmen sich in einer Arbeitsgruppe mit dem Heimatministerium ab. Für die Stadt Nettetal nimmt Ordnungsdezernent Norbert Müller an den Treffen teil.

 Die Unterkünfte dieser Leiharbeiter sind gut bekann, auch in der Bevölkerung, weil es schon vielfach Beschwerden über Lärm und wilden Müll gab. Dagegen ist so gut wie unbekannt, wo genau die Leiharbeiter beschäftigt sind. Dass das Kreisgesundheitsamt jetzt mit einem Screening tätig werden konnte, ist eher ein Zufallstreffer. Bei einer ersten Begehung des Objektes Anfang Mai war bekannt geworden, dass die Bewohner dort in einem niederländischen Schlachthof arbeiten.

Die Quarantäne bezieht der Kreis nur auf dieses Objekt im Zentrum von Lobberich. Nach Auskunft des Kreises sei momentan auch nicht an eine anderweitige Unterbringung aller oder eines Teils der Bewohner gedacht. Ob Leiharbeiter, die in Quarantäne wohl nichts verdienen werden, vor Ort bleiben werden, weiß allerdings niemand.