Nettetal: Comeniusschule als Standort retten

Nettetal : Comeniusschule als Standort retten

Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen in Hinsbeck soll unter das Dach der künftigen Förderzentren des Kreises Viersen schlüpfen. Sie würde im Sommer 21014 aufgelöst werden, aber als Niederlassung erhalten bleiben.

Nach einigem Zögern tritt auch die Stadt Nettetal dem Konzept des Kreises Viersen zur Zukunft der Förderschulen bei. Die Comeniusschule in Hinsbeck mit dem Förderschwerpunkt Lernen soll zum 31. Juli kommenden Jahres aufgelöst werden. Mit dem Kreis bemüht sich die Stadt, den Standort Hinsbeck als Teil eines Förderschulsystems möglichst zu erhalten. Die Schule soll dem Kreis übergeben und in das neue Förderschulystem eingegliedert werden.

Nettetals Schuldezernent Armin Schönfelder berichtete dem Schulausschuss, dass Förderschulen im Verbund demnächst nur noch mit mindestens 144 Schülern zulässig sind. Die Comeniusschule besuchen im laufenden Schuljahr 104 Kinder und Jugendliche, aufgeteilt auf sieben Klassen. Prognosen lassen erwarten, dass die Zahl der Schüler dieses Förderzweigs in den kommenden Jahren rapide sinken wird. Hauptursache ist die Einführung der Inklusion. Man erwartet, dass Eltern ihre Kinder mit Förderbedarf künftig in der wohnortnahen Regelschule anmelden werden.

Das Kreismodell sieht zwei Förderzentren (Ost und West) vor. Hauptstandort des Förderzentrums West soll die Schule an der Schwalm in Amern werden, wie die Comeniusschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Neben der Overbergschule in Dülken (Lernen) und der Schule für Emotionale und Soziale Entwicklung (ES) soll die Comeniusschule ebenfalls eine Dependance werden. Das Förderzentrum Ost nimmt ES-Schulen in Viersen, Kempen-Klixdorf und Willich sowie die Förderschulen Lernen Viersen (Diergardtschule), Willich, Kempen und die Förderschule Sprache (Gereonschule Viersen) mit ihren Außenstellen in Boisheim und Anrath auf.

Die neuen Förderzentren sollen integrativ alle drei Förderschwerpunkte bedienen (Lernen, Sprache sowie Emotionale und Soziale Entwicklung). Nach Angaben des Schuldezernenten in der Kreisverwaltung, Ingo Schabrich, ist darüber abschließend nicht entschieden. Es gibt von fachlicher Seite und von Seiten der Eltern Bedenken, dass die Förderschwerpunkte integrativ zusammengefasst werden. Nachgedacht wird zurzeit über ein kooperatives Modell. Gerade Eltern von Kindern im Förderbereich Sprache (SQ) halten es für abträglich, dass er mit den anderen Förderschwerpunkten zusammengefasst wird. Unterrichtet werden im bereich SQ fast ausschließlich Grundschüler, von denen die weitaus meisten spätestens beim Übergang zur Sekundarstufe I nicht mehr gezielt gefördert werden müssen. Sie werden "rückgeführt", wie es im Schulverwaltungsdeutsch heißt.

Konrad Wilms, der Leiter der Nettetaler Comeniusschule, lenkte den Blick auf ein nicht zu unterschätzendes Problem. Eltern älterer Schüler hätten große Sorgen, ihre Kinder könnten angesichts der augenblicklichen Entwicklung auf der Strecke bleiben. Allein deswegen sei es "sehr beruhigend", dass Kreis und Stadt den Förderschulstandort über den 31. Juli 2014 hinaus in Hinsbeck erhalten wollten.

(RP)