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Nettetal: Christian Wagner führt CDU in den Wahlkampf

Nettetal : Christian Wagner führt CDU in den Wahlkampf

Der Stadtverband stellte die Kandidaten für die Kommunalwahl im Mai auf. Designierter Fraktionschef ist Ingo Heymann. Christian Stein gewann die Stichwahl gegen Hans Hubert Glock. Fänger scheiterte.

Mit Christian Wagner an der Spitze als Bürgermeister-Kandidat geht die CDU in den Kommunalwahlkampf. Der Stadtverband nominierte im Leuther Saal Dückers jetzt die Kandidaten auf Stadt- und Kreisebene. Dabei kam es zu Einzelabstimmungen: Christian Stein, vom Ortsausschuss Breyell noch ausgebootet, setzte sich im direkten Duell gegen Hans-Hubert Glock durch. Dagegen scheiterte Horst Fänger aus Hinsbeck an Konrad Steeger.

 Ingo Heymann gilt als Favorit auf den Fraktionsvorsitz.
Ingo Heymann gilt als Favorit auf den Fraktionsvorsitz. Foto: kn

Die CDU benötigte eine wahre Marathon-Sitzung, um alle Entscheidungen wasserdicht hinzubekommen. Unübersichtlich wurde es zeitweilig vor allem deswegen, weil ein Teil der Mitglieder lieber mit den Nachbarn an den Tischen gesprochen hatte, als den Hinweisen des Versammlungsleiters Christian Weisbrich zu folgen. So verfielen einige Stimmen mit der Stichwahl zwischen Stein und Glock, weil Voreilige die falschen Stimmzettel ausgefüllt und abgegeben hatten. Eine Auswirkung auf das Ergebnis hatte das nicht, dazu lagen die Kontrahenten zu weit auseinander.

Als bekannt wurde, dass Stein 66 und Glock 49 Stimmen erhalten hatten, reagierte die Breyeller CDU konsterniert. Der geschäftsführende Vorstand erreichte eine Sitzungsunterbrechung und zog sich zur Beratung zurück. Überlegt wurde, ob an anderer Stelle eine Stichwahl initiiert werden sollte, aber man ließ der Sitzung dann doch ihren Lauf. Stein hatte die Mitglieder mit einer strukturierten Vorstellung überzeugt, während Glock augenscheinlich kalt erwischt wurde. In seiner leicht konfus geratenen Vorstellung vergaß er sogar zu berichten, dass er Ortsvorsteher in Breyell ist. Glock erhielt später einen Listenplatz hinter den Direktkandidaten und dem JU-Vorsitzenden Philipp Heks. Christian Weisbrich warnte: "Vorschläge des Vorstands sind nicht in Stein gemeißelt."

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Etwas knapper, aber weniger dramatisch, fiel die Entscheidung zwischen Horst Fänger und Konrad Steeger aus. Hinsbecks Ortsvorsitzender und stellvertretender Nettetaler Bürgermeister musste sich mit 55 Stimmen begnügen, während der Landwirt vom Steegerhof im Oirlich 67 Stimmen erhielt. Hubertus Zillkens verriet mit deutlichen Triumph, dass die Wirtschafts- und Mittelstandvereinigung (MIT) entscheidend am Zustandekommen der Stichwahlen beteiligt gewesen sei. Sie wolle künftig stärker im Stadtrat vertreten sein.

An dessen Spitze soll in den kommenden sechs Jahren nach der Wahl im Mai wieder Christian Wagner als Bürgermeister stehen. Mit knapp 92 Prozent der abgegebenen Stimmen — der Saal hatte sich zusehends geleert — erhielt er reichlich Rückwind für die dritte Wahlperiode. Wagner erinnerte daran, dass er vor zehn Jahren erstmals und auch im Saal Dückers nominiert worden war — in einer ungleich dramatischeren und spannenderen Ausscheidung mit dem damaligen Gegenkandidaten Andreas Bartsch. Wagner sieht die CDU auf dem richtigen Weg. Viel Beifall erhielt er mit der Ankündigung, die Stadt werde im kommenden Jahr einen strukturell ausgeglichenen Haushalt haben und voraussichtlich 2015 die Ausgleichsrücklage wieder auffüllen können. Die solide Haushaltspolitik sei Grundlage für die inhaltliche Arbeit. Neben Bildungs- und Familienpolitik richtet Wagner nun den Blick verstärkt auf die Wirtschaftsförderung mit der Nähe zu Venlo als Zugmaschine für wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Region.

Stützen kann er sich dabei auf eine Fraktion, die diesen Weg mitgehen wird. Mit einer fulminanten Rede zur Stadtentwicklung unterstrich Ingo Heymann, warum er als erster Anwärter auf den Fraktionsvorsitz gilt. Nettetal sei stark wegen der Individualität ihrer sechs Stadtteile und der ausgewogenen Balance im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen dort. Heymann appellierte an die Mitglieder, diese Individualität zu respektieren und zu pflegen, darüber aber nicht das gesamtstädtische Interesse zu vergessen. Dass er sowohl als Stadtrats- als auch als Kreistagskandidat die meisten Stimmen erhielt, dürfte ein Zeichen sein.

(RP)