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Chorleiter Johannes Menskes im Alter von 94 Jahren gestorben

Kulturleben in Nettetal : Chorleiter Johannes Menskes ist im Alter von 94 Jahren gestorben

Über Jahrzehnte hat er das Chorleben im Kreis Viersen und darüber hinaus mit geprägt. Die Menskes-Chöre nahmen Platten auf und traten im Fernsehen auf. Jetzt ist Johannes Menskes in Lobberich gestorben.

(hb) Über viele Jahrzehnte hat er die niederrheinische Laien-Chorlandschaft maßgeblich durch die Formation geprägt, der er auch seinen Namen gab: die Menskes-Chöre. Am 31. Juli ist er im Alter von 94 Jahren verstorben. Über acht Jahrzehnte machte er Musik. Bis zuletzt noch mit der gleichen Leidenschaft wie am Anfang.

Johannes Menskes wurde am 11. Februar 1927 in Lobberich geboren. Musik gehörte zur Familiengeschichte: Vorfahren der Mutter spielten in holländischen Orchestern, der Vater Wilhelm ist ein begeisterter Chorsänger. Dieser stirbt 1940, drei Jahre später stirbt auch  die Mutter. Zwei unverheiratete Tanten nehmen Johannes und seine jüngere Schwester Elisabeth auf. Er wurde  1944 zum Reichsarbeitsdienst einberufen, musste nach Dänemark und wurde dort verletzt. Nach dem Lazarett musizierte er Nächte lang in Offizierskasinos durch – alles ohne Noten. Das freie Spielen ohne Noten, die Improvisation, ist eine der ganz großen Stärken, die Johannes Menskes musikalisch bis zuletzt auszeichnete.

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Nach einer kaufmännischen Lehre  begann er 1949 an der Folkwanghochschule  Essen ein Musikstudium. Schon seit 1948 leitete er den Schaager Kirchenchor, dort sang   Gertrud Heines, seine spätere Ehefrau. Seit 1952  leitete Johannes Menskes den Frohsinn-Chor Lobberich, den Volkschor Schaag und den Arnold Chores Kempen. Später kamen noch der MGV und Frauenchor Geldern, der Amicitia Chor Bracht und der Liederkranz Grefrath hinzu. Erste Konzerte wurden gegeben, erst vor heimischem Publikum, kurze Zeit später schlossen sich dann Konzertreisen im In- und Ausland an.

Auch die ersten Schallplatten der Chöre wurden aufgenommen. Im Jahr 1974 geben sie dann ihr erstes gemeinsames Konzert in der Grefrather Eissporthalle. Diese eigentliche Geburtsstunde der Menskes-Chöre war ein Sensationserfolg, über den auch im Fernsehen berichtete.  Die Chorgruppe wurde bundesweit bekannt und erhielt einen Plattenvertrag bei der EMI Electrola.  Aus Altersgründen hörte Johannes Menskes 2010 mit der Chorarbeit auf.

Am Dienstag wird er auf dem Lobbericher Friedhof beerdigt.

(hb)