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Nettetal: CDU verlangt eine Werbe-Satzung

Nettetal : CDU verlangt eine Werbe-Satzung

McDonald's will den Werbe-Pylon in Kaldenkirchen auf 35 Meter erhöhen. Die CDU will einen solchen Antrag nicht isoliert beraten. Sie fordert von der Verwaltung ein Konzept und eine Satzung für Werbung in Gewerbegebieten.

Von den Umsätzen aus Nettetal und Umgebung kann die Fast-Food-Kette McDonald's in Kaldenkirchen nicht leben. Damit Reisende den nächsten Burger nicht verpassen, will das Unternehmen den Werbe-Pylon im Industriegebiet Herrenpfad-Süd auf 35 Meter aufragen lassen.

Der Verwaltungsvorstand im Rathaus ist dafür — auch nur mehrheitlich. Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche war wohl nicht für die erhöhte Werbung. Sie trug das Thema nach dem Eindruck des Vorsitzenden Ingo Heymann "nicht sonderlich enthusiastisch" vor. "Wer kein Navi hat, der stellt eben mit Hilfe des Pylons fest, dass er gerade vorbeigefahren ist", sagte sie sarkastisch. Die CDU ist von der Vorstellung eines Werbe-Spargels auch nicht begeistert. Sie hat der Verwaltung eine Satzung aufgetragen, die festlegt, wie in Gewerbegebieten geworben werden darf.

An einigen Stellen in Nettetaler Gewerbegebieten wird man bereits heute unwillkürlich an südländische Zustände erinnert. Überall hängen Plakate, Transparente und Schilder, die auf alles mögliche hinweisen — Un-Werbung in der Wirkung und obendrein verwirrend für Ortsunkundige. Das ist nicht nur hässlich und keineswegs positiv werbewirksam, sondern dem Image der werbenden Firmen und letztlich der Stadt eher abträglich.

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Lange hat das kaum jemanden gekümmert. Die Burger-Braterei hat nun mit dem Antrag, über einen höheren Mast besser erkennbar zu werden, die Politik auf den Plan gerufen. Gänzlich sorglos reagierte dennoch die FDP. "35 Metern stimmen wir zu, wir könnten auch mit 50 Metern Masthöhe leben", erklärte Dietmar Horn. Damit standen er und Wilfried Dellen fast alleine da. Denn die Grünen haben zwar aus vielerlei Gründen keine besonderen Sympathien für Burger-Ketten, sie sähen aber keinen Grund, den Antrag abzulehnen, versicherte Guido Gahlings.

Christian Stein stellte auf Seiten der CDU das Signal für die Pylon-Erhöhung erst einmal auf "Stopp". "Wir haben das in der Fraktion beraten und sind der Auffassung, dass wir dem Antrag nicht einfach nachgeben sollten", erklärte er. Die Fraktion habe zurzeit nichts für und nichts gegen einen höheren Pylon übrig. Vielmehr sei man sich darin einig geworden, für mehr Einheitlichkeit und Übersicht zu sorgen. "Wir wollen keine werblichen Auswüchse und erwarten, dass die Verwaltung ein Konzept vorlegt, wie künftig in unseren größeren Gewerbegebieten geworben werden darf. Das wollen wir in einer Satzung festlegen, die für alle Werbenden verbindlich ist."

SPD-Sprecher Rolf Spitzkowsky stimmte sofort zu. Eine Satzung für alle Gewerbegebiete sei sinnvoll. Seine Fraktion tue sich ohnehin schwer damit, über solche Einzelanträge zu beraten. "Wenn wir eine einheitliche Regelung finden, müssen wir uns auch nicht mit weiteren Anträgen dieser Art befassen", meinte er. FRAGE DES TAGES

(RP)