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Nettetal: CDU rüstet sich für die Wahlkämpfe

Nettetal : CDU rüstet sich für die Wahlkämpfe

Nettetals Parteivorsitzender Jürgen Boyxen ist nachhaltig verärgert darüber, auf welche Art und Weise Dominic Kohnen als Gegenkandidat Uwe Schummers ins Spiel gebracht wurde. Und er warnt vor einer inhaltlichen Beliebigkeit.

Nein, eine "Frontenbildung innerhalb unseres Stadtverbandes" will CDU-Vorsitzender Jürgen Boyxen erst gar nicht zulassen. Aber eines muss er klarstellen: "Der Stadtverband hat zu keiner Zeit den Versuch unternommen, die Kandidatur Uwe Schummers zu hintertreiben." Er hoffe, dass "die aufgetretenen Irritationen überwunden" seien und Schummer mit "umso größerer Geschlossenheit" im Wahlkampf unterstützt werde.

Der Stachel sitzt tief in der Nettetaler CDU. Von hier ausgehend war eine klammheimliche Kandidatur des Hinsbecker Juristen Dominic Kohnen vorbereitet worden. Weder der Kreis- noch der Stadtverbandvorstand waren informiert. Der Nettetaler Mittelstandsvorsitzende Thomas Timmermanns und einige andere, überwiegend in Nettetal verortet, brachten offen und insgeheim Kohnen gegen Schummer in Stellung. Die Parteivorstände waren konsterniert, als der Vorschlag per Post in Viersen eintraf. Boyxen ist bis heute verärgert, weil danach seine Integrität und die seiner Vorstandskollegen angezweifelt wurde.

Umso deutlicher zeigt er seine Zufriedenheit damit, dass Schummer sich bei den Mitgliedern mit großer Deutlichkeit durchsetzte. Eine Episode bleibt dies nicht. Der jetzt in Kaldenkirchen komplett wiedergewählte Vorstand wird sehr genau verfolgen, wie sich die Lage in den eigenen Reihen gestaltet. "Aus der Zeitung" will jedenfalls kein Verantwortlicher demnächst entscheidende Informationen erhalten.

Boyxen beschwor die Geschlossenheit der Partei mit Blick auf die Wahlkämpfe. Schummer soll wieder in den Bundestag, im Mai 2014 will die CDU möglichst verlorenes Terrain in Nettetal zurückgewinnen. Örtliche Wählervereinigungen lockten Bürger mit populistischen Versprechungen, ohne Verantwortung tragen zu müssen. Es sei schick geworden, auf Verwaltung und etablierte Parteien einzudreschen.

Dazu zählt Boyxen auch die Grünen. Sie seien der Hauptgegner der CDU. Denn "die SPD hat ihre Stammwählerschaft" verloren, weil es die klassische Arbeiterschaft nicht mehr gebe. Inhaltlich hätten die Sozialdemokraten den Anschluss an die Zeit verpasst. Und die in Nettetal "kollegial und sympathisch" agierende FDP agiere auf Bundesebene allzu liberal, unablässig auf der Suche nach dem letzten Tabu, das zu brechen sei — vom radikalen Wirtschaftsliberalismus bis zur aktiven Sterbehilfe.

Die Grünen versprächen den Bürgern eine "staatlich gelenkte Behaglichkeit" und gebärdeten sich als intoleranter Vormund. Auf Landes- und Bundesebene gebe es fortgesetzt Versuche, die Menschen zu gängeln. Beispiele dafür gebe es genug.

Boyxen warnte seine eigene Partei allerdings davor, sich allzu beliebig einem Wählerpotenzial "in der Mitte" anzubieten. Sie dürfe ihre hergebrachten Prinzipien nicht einem solchen Ziel opfern. "Haben wir nun einen Wechselrahmen, offen für Beliebigkeiten unserer Zeit? Die CDU muss sich davor hüten, einem inhaltlosen Bilderrahmen zu gleichen."

(RP)