Nettetal: BUND will Pappeln am Nettebruch erhalten

Nettetal : BUND will Pappeln am Nettebruch erhalten

Der Umweltausschuss der Stadt hält am Beschluss vom vergangenen Mai fest, die Bäume zu beseitigen und die Fläche neu aufzuforsten.

Die Stadt wird in naher Zukunft etwa zwei Dutzend, zum Teil sehr große Pappeln zwischen Breyeller Straße und Nettebruch in Lobberich fällen. Der Umweltausschuss hatte im Mai dazu seine Zustimmung gegeben. Nicht einverstanden ist damit der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND). Die Kreisvorsitzende Almut Grytzmann-Meister fordert die Stadt auf, die Bäume stehen zu lassen.

Sie stehen auf einem städtischen Grundstück am Strandweg, gepflanzt wurden sie in der Nachkriegszeit. In unmittelbarer Nachbarschaft war zunächst ein Hotel, dann der Bau von Einfamilienhäusern mit Blick auf den See geplant worden. In diesem Zusammenhang sollten Bäume auf städtischem und Privatgrund gefällt werden. Nachdem sich die Baupläne zerschlugen, einigte der Umweltausschuss sich im Mai darauf, die städtischen Bäume dennoch wegzunehmen und das Gelände aufzuforsten.

"Die Bäume sind erntereif, zwei von ihnen müssen aus Sicherheitsgründen auf jeden Fall entnommen werden", erklärt Stadtverwaltungssprecher Arndt Venten. Er bestätigt, dass die BUND-Kreisvorsitzende die Stadt im persönlichen Gespräch mit Bürgermeister Wagner und der Fachdezernentin Susanne Fritzsche gebeten hatte, die Bäume zu erhalten. Grytzmann-Meister hatte angeboten, die gefährlichen Bäume zu fällen und die Entwicklung abzuwarten. Sollten sich weitere Schäden zeigen, die das Fällen weiterer Bäume erforderlich machen, sähe sie die im Ausschuss beschlossene Maßnahme als vertretbar an.

Gegenüber der RP vertritt die BUND-Kreisvorsitzende die Auffassung, dass eine neue Situation eingetreten sei, weil die Baupläne nicht realisiert werden. Unterstützt wird sie von den Nettetaler BUND-Vorsitzenden Ulla Hoeke und Heidrun Fiedler. Dies sieht der Umweltausschuss der Stadt so nicht. Vorsitzender Guido Gahlings, selbst BUND-Vorstandsmitglied in Nettetal, wird das Thema nicht erneut auf die Tagesordnung der Novembersitzung holen. "Seit dem Beschluss im Mai haben sich keine neuen Gesichtspunkte ergeben, die wir abwägen müssten. Darin sind sich die Fraktionen nach der kürzlichen Vorbesprechung einig", sagte er.

Der Umweltausschuss hält es für ökologisch und ökonomisch sinnvoller, nur einmal mit schwerem Gerät in den moorigen Boden einzudringen und alle Bäume zu fällen. Der Bepflanzungsplan sieht vor, dass heimische und standortgerechte Bäume neu gepflanzt werden, hauptsächlich Eschen, Erlen und Hasel. Der Umweltausschuss folgt nicht nur dem Rat des Dezernats von Susanne Fritzsche, sondern stützt sich auch auf die Zustimmung des Naturschutzbundes. Nettetals Ortsvorsitzender Heinz Tüffers hält das Vorgehen auch für sinnvoll und richtig.

(RP)
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