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Bürgermontor: Nettetaler hat seit vier Wochen Probleme mit der Telekom

Bürgermontor: Nettetaler hat seit vier Wochen Probleme mit der Telekom : Wenn der Fehler tief im Boden steckt

Warum es rund vier Wochen dauert, bis ein defekter Telefonfestnetzanschluss der Telekom am Poelvenn repariert wird.

Wer an der Haltestelle des Anrufsammeltaxis Le 13 im Leuther Ortsteil Plankenheide auf Abfahrtszeiten schauen will, hat im Augenblock einige Schwierigkeiten. Rundherum steht ein rotweißes Absperrgitter, denn es wird gebuddelt: einmal für das orangefarben ummantelte Glasfaserkabel, zum anderen lässt die Deutsche Telekom nach einer Fehlerquelle in ihrem Leitungsnetz suchen. Schaut man in die rund 1,5 Meter tiefe Grube, sieht man mehrere schwarze Kabel, von denen zwei wohl aus den 1950er Jahren stammen, denn ihre Ummantelung besteht noch aus einem Geflecht, das sich teilweise gelöst hat. Doch ganz neu sieht eine Verbindungsmuffe zu einem kleineren Kabel aus, das von einer Kunststoffummantelung geschützt wird.

Am Donnerstagmittag ist ein Mitarbeiter einer Tiefbaufirma aus dem Kreis Viersen an der Baustelle, doch kann er keine Auskunft geben. Dafür weiß man bei der Deutschen Telekom in Bonn, dass ein Mitarbeiter der Abteilung Produktion Technische Infrastruktur (PTI) den Defekt am Verzweigerkabel noch nicht ganz beheben konnte; für den nächsten Versuch wird als neuer Termin Anfang November ins Auge gefasst.

Darauf wartet Konrad Oemmelen „nun schon seit vier Wochen“. Er wohnt am Poelvenn im nördlichsten Teil Nettetals, knapp 200 Meter von der Grenze zu Herongen (Kreis Kleve) entfernt, das nächste Haus liegt rund 500 Meter weiter. „Ich bin auf das Telefon angewiesen“, unterstreicht er, denn mit dem Mobiltelefon, das er „für alle Fälle“ sich zugelegt hat, „habe ich hier oft keinen Empfang“. Deshalb kann er nicht verstehen, dass er so lange auf die Reparatur einer Leitung warten muss.

Ein Bekannter in Lobberich hat sich wegen des so lange andauernden Störfalls auch schon mal „bis Bonn durchtelefoniert“ und dann erfahren, dass wohl Anfang November mit einer Reparatur zu rechnen sei, Oemmelen also wieder telefonieren und faxen könne. Warum es so lange dauere, wusste man auch bei der Telekom-Pressestelle in Bonn nicht zu sagen. Die Vermutung allerdings, „offenbar fehlt es bislang an einer Genehmigung für den zur Fehlerbehebung notwendigen Tiefbau“, trifft nicht zu, denn für Reparaturarbeiten ist keine Zustimmung der Stadt für etwaigen Erdaushub nötig. Ein Mönchengladbacher Tiefbauunternehmen hat der Stadt Nettetal die notwendigen Arbeiten am 15. Oktober angezeigt und dabei mitgeteilt, diese dauerten bis zum 23. Oktober.

Für Oemmelen bleibt das „Prinzip Hoffnung“. Am Montag sollte erneut versucht werden, den Fehler zu beheben. Dazu sollte auch ein Graben ausgehoben werden, der die Zufahrt zu einem Grundstück unterbindet. Es tat sich aber nichts, so dass bei Oemmelen weiter das Besetztzeichen ertönt und im Display sieht: „Hat aufgelegt“. Dabei hat bei ihm das Telefon gar nicht geklingelt. So muss er vorerst weiterhin mit seinem Mobiltelefon über das Grundstück wandern und testen, wo er Empfang hat.

Die Leuther Ortsteile Plankenheide/Poelvenn gehören zu den Außengebieten, die mit Förderung von Bund und Land mit einem Breitbandkabel versorgt werden, um das Arbeiten mit dem Internet zu beschleunigen. Zurzeit werden entlang der B 221, Plankenheide und Poelvenn die Kabel verlegt.