Nettetal: Bürger sollen ihrer Stadt ein Profil geben

Nettetal: Bürger sollen ihrer Stadt ein Profil geben

Nettetal bereitet ein Konzept zur Stadtentwicklung vor. Alle Bürger sind aufgerufen, sich im kommenden Jahr an Rundgängen durch ihre Stadtteile zu beteiligen. Danach sollen sie in Werkstatt-Verfahren Vorschläge ausarbeiten.

Die Bereitschaft, jeden Schritt und jede Entscheidung des Rates und der Verwaltungsspitze zu bekritteln, ist in Nettetal sehr ausgeprägt. In Gesprächen und in Internetforen neigen Kritiker dazu, zu behaupten, es werde sowieso alles über ihre Köpfe hinweg entschieden. Sie hätten kein Mitspracherecht, und außerdem werde sowieso alles falsch entschieden. Das soll im kommenden Jahr anders werden – und wird gleichzeitig eine Nagelprobe für die Bürger der Stadt. Denn sie sollen sich und ihre Ideen aktiv einbringen in das künftige Stadtentwicklungskonzept.

Jeweils sechsmal können beispielsweise im kommenden Jahr die Bürger einzelner Stadtteile bei Begehungen und in Werkstattverfahren ihre Wünsche, Anregungen und Kritikpunkt vortragen – möglichst verbunden mit konkreten Vorschlägen, was anders und besser gemacht werden könnte. Politik und Verwaltung sind schon jetzt gespannt, wie rege die Menschen in Nettetal diese Gelegenheit wahrnehmen werden.

Im Planungsausschuss erläuterten die Technische Dezernentin Susanne Fritzsche und Nettetals Stadtplaner Marcus Grühn den Fahrplan der kommenden Monate. Die Verwaltung hat sich einen sehr straffen Zeitplan gesetzt, denn der Rat soll den Beschluss über das Konzept Anfang 2014 fassen können – deutlich vor der Kommunalwahl also. Noch vor den Osterferien sollen die Rundgänge durch die Stadtteile unternommen werden.

Im Rathaus hat man im Werkstattverfahren für die Ortsentwicklung von Leuth gute Erfahrungen gemacht. "Das haben viele Leuther wahrgenommen, und wir haben sehr viele neue Impulse erfahren", sagte Susanne Fritzsche.

Die Ideen aus den Stadtteilen werden aufgenommen und sortiert. Denn alle Vorschläge müssen in ein gesamtstädtisches Vorgehen eingepasst werden. Es beginnt eine erste Umsetzungsphase, der dann die intensiven Werkstattverfahren beziehungsweise "Stadtteil-Foren" folgen. Darin diskutieren die Bürger, die an konstruktiver Mitarbeit interessiert sind, wie es weitergehen sollte. Bis zur Sommerpause sollen die Ergebnisse dieser intensiven Arbeit vorliegen.

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Die Verwaltung bündelt die Ergebnisse mit dem Ziel, im Herbst 2013 ein Gesamtkonzept zu erarbeiten. Das Konzept muss zum Jahresende hin entscheidungsreif sein. Unmittelbar vor dem Beschluss des Rates gibt es eine "große Werkstatt", in der alle Bürger ganz konkrete Vorschläge für die Gesamtstadt diskutieren.

Die Bürger geben dabei quasi dem Rat vor, wohin die Reise gehen soll und welche Schwerpunkte in der nächsten Zukunft in Nettetal beraten und entschieden werden sollten.

Markus Grühn wies darauf hin, dass in diesem Zusammenhang eine ganze Reihe von anderen Konzepten in das Ergebnis einfließen werden: Entwicklung des Einzelhandels und der Wirtschaft, Konsequenzen aus der Energiewende und dem Klimaschutz, Infrastruktur, die künftige Gebietsstruktur und auch eine Potenzial-Analyse.

FRAGE DES TAGES

(RP)
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