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Nettetal: Bürger fordern mehr Leben für Lobberich

Nettetal : Bürger fordern mehr Leben für Lobberich

Beim Stadtteilforum Lobberich zum Entwicklungskonzept Nettetal bemängeln Bürger die mangelnde Anbindung der Ludbachpassage an die Fußgängerzone. Viele Lobbericher fragen sich: Was wird aus Kino, Post und Hertie?

Auch wenn der 1974 geschaffene Fußgängerbereich Hoch-/Markt- und Von-Bocholtz-Straße inzwischen von Grund auf renoviert worden ist, steht nicht alles zum Besten im Herzen von Lobberich, das sich gern als "Einkaufszentrum des Grenzlands" gesehen hat. Sprach Stadtplaner Prof. Kunibert Wachten deshalb von "Gestalten", zielten Vorschläge der Bürger eher auf das "Beleben" ab.

Sie vermissen "Aktionen", die Publikum ins Zentrum bringen. Allerdings wurde auch angemerkt, dass das Angebot des Einzelhandels ruhig "etwas differenzierter und breiter" sein könnte. Leichter gesagt als getan angesichts zahlreicher leer stehender Ladenlokale, Zeichen einer nicht gerade boomenden Einzelhandelskonjunktur. Oder finden die Besucher der Ludbachpassage nicht den Weg zur Hochstraße? "Eine bessere Anbindung muss her", lautete die Forderung, und eine "intelligente Beschilderung".

Rund 70 Bürger waren zum Stadtteilforum ins Rathaus gekommen. An der von Wachten ins Spiel gebrachten Idee, den Doerkesplatz "gestalterisch aufzuwerten", hielten sie sich nicht lange auf. Sie fragten, was an der Von-Bocholtz-Straße aus dem einstigen Kino, der Post und vor allem dem Hertie-Gebäude werde. "Abreißen und Wohnungen bauen, vielleicht ein Mehrgenerationenhaus", war eine Meinung, daraus ein Freizeitzentrum mit Bowlingbahn zu machen, eine andere. Dass der Bau aus den 1970er-Jahren wieder gewerblich genutzt werden könnte, glaubt niemand. Die Post wird bleiben ("Sie sollte den Blick auf ihren hässlichen Hinterhof durch Grün verhindern"), das Kino steht weiter zum Verkauf.

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Dass demnächst genügend Grund und Boden für den Wohnungsbau zur Verfügung steht, wenn der Niedieck-Komplex zwischen Niedieck- und Oberer Färberstraße abgebrochen ist und das Longlife-Gelände auf den Markt kommt, ist allgemeine Überzeugung. Die Kleingartenanlage an der Düsseldorfer Straße solle nicht einem Baugebiet geopfert werden. Nur, es müssten "bezahlbare Grundstücke" angeboten werden, die sich auch junge Familien leisten könnten. Im Übrigen gebe es manche Baulücke im Ortskern.

Wenn Pierburg Ende 2014 an der Robert-Kahrmann-Straße schließt, solle das Gelände Gewerbegebiet bleiben, hieß es in den vier Arbeitskreisen. Der Bereich werde für kleinere Betriebe benötigt, ebenso wie der "Girmes-Park" auf früherem Niedieck-Gelände zwischen Oberer Färber- und Van-der-Upwich-Straße. "Wir sollten Arbeitsplätze schaffen!" lautete eine unmissverständliche Forderung. Denn "Leute, die hier nicht arbeiten, kaufen auch nicht hier, die fallen alle weg".

"Wir sind ganz gut aufgestellt, zeigen das aber nicht immer", meinte ein Bürger ganz "un-wenkbüll-isch", betonte aber gleichzeitig die zentralen Funktionen, die Lobberich mit Verwaltung, Krankenhaus und Einkaufszentren für Nettetal wahrnehme. Die Stadt solle ihr Licht nicht so unter den Scheffel stellen und ihre Gäste an den Ortseingängen freundlich willkommen heißen, wie das in der Burgi-Nachbargemeinde geschieht. Und sie solle jedes Jahr ein Seefest für ihre Bürger veranstalten, wie das zum 40. Geburtstag Nettetals geschah. Das gehe leider nicht, meinte Bürgermeister Christian Wagner, denn da ist der Naturschutz vor. 2010 sei eine Ausnahme gewesen.

Notiert wurden zahlreiche "Kleinigkeiten": Radweg an der Niedieckstraße zwischen den Kreiseln "an der Bahn und am Stern"; eine Wiese für Hunde zum freien Laufen und mehr Behälter für Hundekot ("Ich zahle mehr Hundesteuer und bekomme nichts dafür"), schließlich ansprechende Grüngestaltung der Kreisverkehre; dabei blickten die Lobbericher nach Breyell auf den Kreisel an "Wolken": "Der ist beispielhaft." FRAGE DES TAGES

(mme)