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Nettetal: Bürger fordern Informationen

Nettetal : Bürger fordern Informationen

Die Stadt Nettetal will einen Teil der Venloer Straße ausbauen. Inzwischen steht fest, dass die Baumallee abgeholzt werden muss. Anwohner und Grundstücksbesitzer sind verärgert, weil es keine Informationsveranstaltung gab.

Anwohner der Venloer Straße kritisieren das Vorgehen der Stadt zum Ausbau der Straße. Sie seien darüber nur über die Presse unterrichtet worden, eine Informationsveranstaltung der Stadt gebe es nicht. Der Politik werfen sie vor, Beschlüsse zu fassen, ohne die Bürger zu dem Vorhaben angehört zu haben. Die Kritik entzündet sich sowohl am geplanten Straßenausbau als auch daran, dass die Baumallee abgeholzt werden soll.

Die Venloer Straße bereitet der Stadt seit jeher Sorge. Ihr Unterbau besteht aus dem Straßenpflaster, das bereits vor mehr als 60 Jahren die Fahrbahn bildete. Man beschränkte sich seinerzeit darauf, eine Asphaltschicht aufzutragen. Nach jedem Winter mit längeren Frostperioden brach diese Schicht auf. Die Straße ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse und muss dauernd geflickt werden.

Teure Flickschusterei

Die Stadt entschloss sich daher, die Straße von Grund auf zu sanieren. Denn die dauernde Flickschusterei wird auf Dauer teurer und hat keinen nachhaltigen Effekt. Im Zuge der Planungen untersuchte ein Gutachter die Bäume rechts und links der Straße. Nach seinen Angaben sind fünf bis sechs Bäume mehr oder minder tot, fast alle anderen stuft er als verkehrsgefährdend ein. Darüber hat sich auch noch ein Konflikt gebildet. Im Landschaftsbeirat des Kreises äußerten Naturschützer die Meinung, das Gutachten übertreibe den schlechten Zustand der Bäume.

Anfang Juli trafen sich etwa 50 Anwohner und Grundstücksbesitzer an der Venloer Straße. In einem Brief an die Technische Dezernentin Susanne Fritzsche berichtet Manfred Schmitz, nahezu alle Anwesenden hätten sich gegen die Abholzung der Bäume ausgesprochen. Die Anwohner zweifeln Aussagen des Baumgutachtens an. Sie berufen sich auf widersprüchliche Aussagen zum Zustand der Allee. Susanne Fritzsche wies darauf hin, dass ein vereidigter Sachverständiger das Gutachten erstellt habe. Widersprüchlichkeiten kämen durch unterschiedliche Meinungsäußerungen Dritter zustande — gerade auch im Landschaftsbeirat, sagt Fritzsche.

Sorge bereitet den Anwohnern auch, zu welchen Kosten sie herangezogen werden sollen. Die Venloer Straße sei eine Durchgangsstraße, dies müsse in der Umlage auf die Grundstückseigentümer berücksichtigt werden. Die Anwohner lehnen die durchgehende Sanierung der Bürgersteige ebenso ab wie den Einbau von Parkbuchten. Sie sind verärgert, dass angekündigte Informationsveranstaltungen bisher ausblieben.

Die Technische Beigeordnete verteidigt sich damit, dass die Politik von der Verwaltung abgestimmte Verfahren erwartet, ehe sie Bürger zu Informationen einlädt. Eine Bürgerversammlung werde es nach den Ferien geben, wenn Details mit dem Kreis abgestimmt seien.

(RP)