1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Bürger besorgt wegen Ast-Abbruch

Nettetal : Bürger besorgt wegen Ast-Abbruch

In Breyell wächst ein Baum über eine Straße. Er sei keine Gefahr, meint die Stadt. Doch, sagt ein Anwohner. Ein dicker Ast ist bereits heruntergefallen

Bei seinen Spaziergängen nimmt Horst Wormanns häufig auch den Weg über die Straße "Onnert", zwischen "Hühr" und "Beek" in Breyell. Dort führt ihn die Strecke durch ein Wäldchen und über den Mühlbach. Mit Sorge allerdings beobachtet der 74-Jährige einen der Bäume, der am Ende des kleinen Waldstücks in Richtung "Beek" wächst. "Der hängt sehr schräg, das Holz ist brüchig", sagt Wormanns. Ein mehrere Meter langer Ast ist tatsächlich bereits abgebrochen; noch immer liegt er neben der Straße im Gras. Zweimal habe er sich bereits an das Ordnungsamt gewendet, berichtet der Rentner: "Aber dort hieß es, weil der Baum auf Privatbesitz stehe, könne man nichts machen."

Auf Anfrage der Rheinischen Post haben Mitarbeiter des Baubetriebshofs den Baum begutachtet. "Von ihm geht keine Gefahr aus", sagt Stadtsprecher Jan van der Velden. "Es besteht keine Gefahr eines Abbruchs." Dass bei einem Sturm Äste herunterfallen, komme vor. Je nach Wetter solle man darum vorsichtig sein, Wälder meiden oder die Bäume um sich herum beobachten.

  • Korschenbroich : Ast bohrt sich in die Windschutzscheibe
  • Krefeld : Stadt: Bürger sollen die Bäume an den Straßen gießen
  • Meerbusch : Neue Bürger, neue Bäume

Den heruntergebrochenen Ast haben die Baubetriebshof-Mitarbeiter etwas weiter zur Seite geräumt. Sie würden den Baum in Breyell bei ihren regelmäßigen Kontrollen durch das Stadtgebiet weiter beobachten, so van der Velden.

Grundsätzlich kann die Stadt auch dann einschreiten, wenn sich Bäume oder Büsche auf einem privaten Grundstück befinden - wenn von ihnen eine Gefahr ausgeht. Zunächst würde in dem Fall der Besitzer kontaktiert, erklärt der Stadtsprecher. Wenn der darauf allerdings auch nach mehrfacher Aufforderung nicht reagiere, könne die Stadt beispielsweise Grün, das einen Gehweg versperrt, schneiden und die Kosten dafür dem Besitzer in Rechnung stellen. Das sei an einigen Stellen in der Stadt nach Hinweisen aus der Bevölkerung passiert.

Wormanns ist von der Einschätzung des Baubetriebshofs enttäuscht. "Ich bin nicht der Ansicht, dass der Baum okay ist", sagt er. Zudem sei ja bereits ein schwerer Ast heruntergebrochen. "Da kann man nur froh sein, dass niemand getroffen wurde", sagt der 74-Jährige. "Jetzt im Frühjahr ist der Baum natürlich mehr bewachsen, da sieht das weniger kritisch aus. Aber er neigt sich nur über die Straße, nichts gibt ihm ein Gegengewicht zur anderen Seite." Da sei es vorprogrammiert, dass wieder etwas abbricht.

(RP)