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Nettetal: Brückenbau ist ein Mosaikstein im Paket

Nettetal : Brückenbau ist ein Mosaikstein im Paket

Die Abgeordneten Schummer und Optendrenk sahen sich mit Vertretern der DB die Baustellen in Lötsch und Breyell an. Die Politiker sind überzeugt, dass die Bahn ein enormes Potenzial auf einer international leistungsfähigen Strecke hat.

Der Triebwagen der Eurobahn machte eindrucksvoll deutlich, warum das Thema Lärmschutz viele Bürger mehr interessiert als der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken. Der sonst fast geräuschlos dahingleitende Personenzug sorgte beim Überqueren der Eisenbahnbrücke in Lötsch für Höllenlärm. Es schepperte, rüttelte und rappelte, als der Zug vorüberfuhr.

Christian Stein, CDU-Ratsherr aus Breyell, hatte unwillkürlich den Kopf eingezogen. "Da kann man bloß froh sein, dass das Wohnhaus des Bauernhofs zur anderen Seite ausgerichtet ist", sagte er. Noch beeindruckender ist der Radau, als einige Minuten später ein Güterzug in die entgegengesetzte Richtung durchfährt. Jedes weitere Wort wurde im Keim erstickt.

Dabei gab es viel zu besprechen. Die CDU-Abgeordneten Marcus Optendrenk (Landtag) und Uwe Schummer (Bundestag) trafen sich mit Vertretern der Deutschen Bahn (DB) in NRW und örtlichen CDU-Mitgliedern an der Brückenbaustelle in Lötsch und später am Felderend. Im Mittelpunkt stand vordergründig der Austausch der Brücken, aber wichtiger war den Abgeordneten, einmal mehr mit Nachdruck den zweigleisigen Ausbau und den Lärmschutz an der Strecke anzusprechen.

3,2 Millionen Euro verbaut die DB an den beiden Brücken. Im Augenblick handelt es sich um einen Behelf, während die Widerlager neu aufgebaut werden. Vor einigen Wochen waren die alten Überfahrten abgebrochen worden. Das Profil der Durchfahrt in Lötsch bleibt unverändert, man will verhindern, dass eine aufgeweitete Brücke den "Schleichverkehr" wieder anlockt und die Verkehrsberuhigung in der Sektion ad absurdum führt. Dagegen wird die Brücke in Felderend verbreitert, damit eine vollständige Fahrbahn und beidseitig Rad- und Gehwege angelegt werden können. Die neuen Brücken bleiben eingleisig, aber wenn die Strecke zweigleisig ausgebaut werden sollte, dann ist auch das möglich.

Uwe Schummer und Marcus Optendrenk sind seit einigen Jahren politisch Reisende in Sachen Bahn. Sie wollen die Schienenwege verbessern. Das betrifft zunächst den zweigleisigen Ausbau, der möglichst in das Programm des Bundes ab 2015 aufgenommen werden soll, und den damit verbundenen Lärmschutz. Die Abgeordneten weisen darauf hin, dass das niederländische Verkehrsministerium bereit ist, sich an den Kosten zu beteiligen, da auch die Niederlande großes Interesse an einer funktionsfähigen Personen- und Gütertransportstrecke über Venlo haben.

Dazu gehört aber auch der Bahnhof Kaldenkirchen, dessen Zustand trotz einiger kosmetischer Verbesserungen zuletzt weiterhin schlecht war. Das machen Optendrenk und Schummer in einem Brief deutlich, den der Vorstandssprecher der DB AG, Rüdiger Grube, in Berlin erhält. Sie bitten darum, den Bahnhof ins Modernisierungsprogramm aufzunehmen. Täglich nutzen mehr als 1000 Menschen diesen Bahnhof, der das Eingangstor von Westen her in die Bundesrepublik ist. Studenten und Berufspendler haben die Auslastung erhöht. Die Abgeordneten erwarten, dass der Gewerbepark Venete zusätzlich Bahnkunden anziehen wird. Das gesamte Gelände soll entwickelt und modernisiert werden. Zum Paket gehört in logischer Konsequenz aber auch der Streckenausbau.

(RP)