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Nettetal: Blind jeden Radiosender finden

Nettetal : Blind jeden Radiosender finden

Die Nettetaler Terratec GmbH hat ihr Noxon-Digitalradio barrierefrei gemacht. Das Sondermodell ist für blinde und sehbehinderte Menschen aufgerüstet worden. Bei der IFA in Berlin gab es daran großes Interesse.

Ein Radio für Blinde? Wozu soll das gut sein? Radio hören blinde und sehbehinderte Menschen doch, seitdem es diese Technik gibt. Es spricht für Walter Grieger, dass er sich genau diese Fragen verkniff, als Aleksander Pavkovic vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) sich an ihn wandte. Griegers Firma Terratec fertigt und vertreibt das Digital-Radio Noxon, das unlängst offiziell in einer Ausführung für blinde und sehbehinderte Menschen auf den Markt kam und bei der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin großes Interesse bei Behindertenverbänden hervorrief.

Grieger ließ das ursprüngliche Noxon-Modell nach Angaben des BBSB innerhalb einer halbjährigen Entwicklungszeit umrüsten. Es hat einen Stick zur Sprachausgabe, auf den Tasten ist eine Braille-Schrift hinterlegt. Ein einrastendes Drehrad für die Senderwahl erleichtert den Umgang mit dem Radio, das außerdem eine vertonte Bedienungsanleitung erhielt.

Die Digitaltechnik seines Noxon-Radios sei die Zukunft schlechthin, meint Grieger. Fast ein wenig verlegen erinnert er sich daran, dass Bayerns Medienminister Thomas Kreuzer, zugleich Leiter der Staatskanzlei in München, die Präsentation des Radios persönlich begleitete. Beeindruckt hat nicht nur die Offiziellen, sondern danach auch zahlreiche Fachjournalisten, mit welchem Klang das kleine Gerät aufwartet, obwohl es lediglich einen Monolautsprecher hat.

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An die Zukunft seiner Radios glaubt Grieger auch deswegen, weil er davon ausgeht, dass die Ultrakurzwelle (UKW) in absehbarer Zeit von der Technik Digital Audio Broadcasting (DAB) abgelöst wird. "Das UKW-Netz ist teuer und frisst enorm viel Energie. In einigen europäischen Ländern ist DAB schon viel weiter, die Briten setzen zu hundert Prozent auf DAB", sagt Grieger. "Die letzte Bastion in der technischen Entwicklung des Radios ist nach meiner Auffassung die Überführung von UKW auf digital", fügt er hinzu. Sender, die an UKW festhielten, hätten in erster Linie ein Interesse an Abgrenzungen. Ob sie sich auf Dauer der Entwicklung entziehen könnten, halte er für zweifelhaft.

Die Europäische Union und die Autoindustrie zeigten zunehmend großes Interesse an DAB, erzählt Grieger. Zurzeit sei die Umrüstung eines Autos zur digitalen Radiotechnik aufwendig und kostspielig. Dass nicht jede Innovation auch gleich zum Aufpreis führen muss, beweist das "dRadio 110" von Terratec für Blinde und Sehbehinderte: Der Gerätepreis hat sich nämlich nicht verändert. Auch das sei ein "Beweis für die enorme Flexibilität des neuen Übertragungssystems, vor allem wenn es sich um das Thema barrierefreie Zugänge handelt", schwärmt Johannes Trottberger, Geschäftsführer der Bayern Digital Radio GmbH.

(RP/rl)