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Nettetal: Blick in die Unterwelt

Nettetal : Blick in die Unterwelt

Die Tiefbauarbeiten in der Lobbericher Fußgängerzone offenbaren, wie dringend die Sanierung unter- und oberirdisch ist. Der Kanalbau wird bis zum Ferienende abgeschlossen. Die Arbeiten sind zeitlich im Plan.

Die Hochstraße sieht in diesen Tagen aus wie ein Schweizer Käse. Die Fußgängerzone ist in diesem Teil der Straße an vielen Stellen durchlöchert. An der Oberfläche der von den Bauarbeitern geschundenen Straße geht der geschäftige Betrieb der Kleinstadt dennoch weiter. Menschen flanieren an Geschäften vorbei, kaufen ein und werfen nur mal nebenher einen Blick auf die Arbeiten.

Nettetals Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche macht einen sehr zufriedenen Eindruck. So hat sie sich die Arbeiten hier gewünscht — entspannt und im Zeitplan. Bis zum Ende der Ferien sind die Kanalbauarbeiten soweit abgeschlossen, dass die Sperrung der Steegerstraße aufgehoben werden kann. "Am Stern sind noch einige Arbeiten zu erledigen, aber wir sind sonst da, wo wir um diese Zeit sein wollten", bekräftigt Peter Funken, der für den Abwasserbereich verantwortlich ist.

Leitungen dicht an dicht

Die nach mehr als 30 Jahren ziemlich vergammelte Fußgängerzone von Lobberich wird nicht nur optisch aufgepeppt. Wer sich die Eingeweide der Straße ansieht und von Fachleuten erklären lässt, kann nur zu dem Schluss kommen, dass hier dringend saniert werden musste. Zwei Kanalrohre liegen hier seit Jahrzehnten aufeinander. Eines stammt wohl aus der Vorkriegszeit. Die ursprüngliche Trennung in Schmutz- und Mischwasserkanal hat nicht lange gehalten — auch weil Hausanschlüsse falsch montiert wurden. In vier Metern Tiefe wurde jetzt ein neues Kanalrohr vorgetrieben. Es ersetzt die alten Rohre, die weitgehend aus dem Boden herausgeholt werden.

"Die Baustelle ist sehr komplex", erläutert Funken. Die Hochstraße ist eng. Hier liegen Wasser-, Gas-, Telefon- und Elektroleitungen dicht an dicht. Mit einem normalen Bagger könnte nicht gearbeitet werden, ohne dass die Leitungen und Rohr zerstört werden. "Komplex" ist die Baustelle auch wegen der Irrungen und Wirrungen im Erdboden. Denn meist stimmen die alten Pläne, auf die er sich stützt, mit der Wirklichkeit nicht überein: Man sollte annehmen, dass Fallrohre der Regenrinnen direkt in den Kanal geführt werden. Funken hat Fortsetzungen in Kellern oder über Windungen einige Meter weiter schon entdeckt. Selbst bei Neubauten aus jüngerer Vergangenheit.

Von der Mitte aus — etwa auf Höhe von "ihr platz" — werden jetzt die Pflasterarbeiten beginnen. Joachim Prikulis vom Nettebetrieb ist zuversichtlich, dass diese Arbeiten zügig vorangehen. Gleichzeitig stoßen die Tiefbauer in die von-Bocholtz-Straße vor, um in diesem Jahr die Lücke an der Bongartzstiftung zu erreichen. Dort will die Baugesellschaft schon bald mit ihrem Neubau beginnen. Eine Stichstraße verbindet die Fußgängerzone durch das Gelände dann mit der neuen Ludbachpassage. Im kommenden Jahr wird das Reststück der von-Bocholtz-Straße hergerichtet.

(RP)