"Blaue Partei"-Vorsitzende Frauke Petry spricht im Leuther "Birkenhof"

Blaue Partei : Frauke Petry spricht — zwei Dutzend Zuhörer kommen

Im Birkenhof sprach die Vorsitzende der „Blauen Partei“ über die Unterschiede zur AfD.

Als sie im jüngsten Bundestagswahlkampf noch die Spitzenfrau der Alternative für Deutschland (AfD) war, füllte sie die Säle. Seit sie die AfD verlassen und die „Blaue Partei“ (BP) gegründet hat, scharen sich nur noch wenige Getreue um sie. So kamen nur gut zwei Dutzend Männer und Frauen zu einem Vortragsnachmittag in der Leuther Gaststätte „Birkenhof“, um zu hören, was bei den „Blauen“ anders ist als bei der AfD. In Nordrhein-Westfalen ist die BP nur in Nettetal und in Iserlohn in den Stadträten vertreten – durch Übertritte von der AfD. Auch die drei „Blauen Abgeordneten“ im NRW-Landtag gehörten früher der AfD an.

Die BP konzentriert sich in diesem Jahr ganz auf die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen, sie lässt die Europawahl links liegen, obwohl der Petry-Ehemann Marcus Pretzell derzeit noch dem EU-Parlament angehört (und Abgeordneter im NRW-Landtag ist). Zu den Gründen für den Verzicht auf die Europawahl wollte Petry nichts sagen, obgleich schon eine Bundesliste erstellt worden war, in der der Nettetaler Rechtsanwalt Manfred Schmitz auf dem vierten Platz stand. In Sachsen, wo Petry 2017 ein Bundestagsmandat direkt gewann, hat die BP eine Neun-Prozent-Lücke erspäht, die sie zum Einzug ins Parlament nutzen möchte. Auch in Thüringen seien die Chancen nicht schlecht.

Als Gründe für ihren Austritt aus der AfD nannte die 43-Jährige, die im Juni ihr sechstes Kind erwartet und ihren Vortrag samt Fragerunde stehend meisterte, die Rechtsdrift der Partei, in der es zudem Postenjäger gegeben habe; auch das menschliche Miteinander in der Führungsspitze habe nicht mehr gestimmt. Sie sieht die Blaue Partei als eine Sammlungsbewegung konservativ-liberaler Menschen, für die der Staat Grundaufgaben regele, sich aber sonst heraushalte. Und: „Antisemitismus geht mit uns nicht.“

Manfred Schmitz hatte den Zuhörern, von denen die meisten nicht aus Nettetal kamen, eingangs die Wirkungsmöglichkeiten auch einer kleinen Fraktion in einem Stadtrat erläutert: „Das Thema ,Wegfall der Anliegerbeiträge‘ haben wir als erste Fraktion zur Sprache gebracht.“

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