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Nettetal: Beziehung mit vielen Facetten

Nettetal : Beziehung mit vielen Facetten

Der Literaturkursus des Werner-Jaeger-Gymnasiums setzte Szenen aus dem Alltag spielerisch um. Oberstufenschüler brachten das Publikum zum Nachdenken und zum Lachen, waren aber auch melancholisch.

Es gibt verschiedene Arten von Beziehungen: zum Partner, zur Freundin, zu den Eltern. Sie können sowohl positiv als auch negativ sein. Beziehungen weisen verschiedene Facetten auf, sogar mit Menschen, die man hasst, steht man in einer Beziehung. Auch zu seinem Therapeuten, zum Arzt, zum Gärtner, Friseur oder zu einer Maschine baut man eine Beziehung auf. Der Literaturkursus des Werner-Jaeger-Gymnasiums hatte sich des Themas "Beziehungen" angenommen und ging der Frage, "Lieber 'nen wackeligen Kneipentisch als 'ne feste Beziehung, oder?" mit unterschiedlichen Szenen aus dem Alltag nach.

Unter der Leitung von Angelika Erdorf führten die 16 angehenden Abiturienten kleine Szenen in der Werner-Jaeger-Halle auf. Vorangegangen waren Hunderte Ideen, das Lesen von Texten, das Anhören von Liedern und Ansehen von Theater- und Bühnenstücken, die dann in "gefühlten" 2000 Stunden Probe zu kleinen Szenen zusammengefügt wurden. Schwierig sei es gewesen, die Szenen aufeinander abzustimmen, mal mit Musik, mit Tanz oder einfach nur in einem Dialog.

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Szene mit Kartons

Die Szenen waren teils lustig, traurig, skurril und ernst. Da war zum Beispiel die Szene "Eifersucht", die gekonnt und gut überlegt in einer Karton-Performance auf die Bühne gebracht wurde. Für großen Applaus sorgte die Beziehung zu einem Anrufbeantworter, eine Szene, wie sie jeder wohl schon erlebt hat. Yasmina Ramdani war dem Verzweifeln nahe, als der Anrufbeantworter einer Ticket-Hotline auch beim fünften Versuch nicht zum Erfolg führte. Die "Kommunikation mit der Maschine" soll sich übrigens nach eigenen Erlebnissen von Angelika Erdorf bei der Bestellung von Tickets so ereignet haben. Das führte dann natürlich bei den Klassenkameraden im Publikum zu heftigem Gelächter.

Überhaupt waren die "Insider" im Publikum den übrigen Gästen eine Länge voraus, schon beim Anblick manch eines Literaturkursteilnehmers auf der Bühne, brüllte das Publikum vor Lachen. Die Szenen einer Partnerschaft, unterlegt mit Chris de Burghs "Lady in Red", sorgte für heftiges Mitklatschen im Publikum. Gefühlvoll, manchmal träumerisch und oft auch nachdenklich bewegten sich die Mädchen und Jungen auf der Bühne und hatten das Thema der ihnen gestellten Aufgabe keinesfalls verfehlt. Frei nach Hermann Beils "Stell Dir vor" sinnierten sie am Ende fast melancholisch: "Stell Dir vor, wenn eines schönen Tages, eines wunderschönen Tages, all dies aufhören würde." Als Fazit hielten sie fest: Ein Sein ohne Beziehung gibt es nicht. Nur schade, dass manche Textpassagen von der Lautstärke her nicht so richtig rüber kamen.

(ivb)